Gefühlt wechselt jeder gerade von ChatGPT zu Claude und die Zahlen belegen das: Seit Januar 2026 ist die Nutzung von Claude um 60% gestiegen, die Nutzung der kostenpflichtigen Variante hat sich verdoppelt.*
Auf Social Media findet die Bewegung unter dem Hashtag #QuitGPT statt. Was es mit dem Abgang von ChatGPT und dem Wechsel zu Claude auf sich hat – und ob vielleicht auch du wechseln solltest, erfährst du in diesem Blogartikel.
* Quelle: https://www.cnbc.com/2026/02/28/anthropics-claude-apple-apps.html
Fakten für Eilige
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Claudes Texte wirken natürlicher und menschlicher – und über die Funktion „Styles“ kannst du eigene Schreibstile hinterlegen, sodass die Antworten mehr nach dir klingen
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Claude bezieht mehr Kontext in die Suche mit ein, wodurch die Antworten weniger generisch wirken
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Claude Cowork erledigt selbstständig mehrstufige Aufgaben auf deinem Computer: etwa Dateien sortieren, Recherchen zusammenfassen oder Rechnungen schreiben
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Über die Skills-Funktion kann Claude lernen, wie du arbeitest – und Aufgaben dann nach deinen Regeln ausführen, ohne dass du jedes Mal alles neu erklären musst. Das gilt auch fürs Visuelle: Präsentationen, PDFs oder Freebies werden in deinem Corporate Design erstellt
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Im Gegensatz zu ChatGPT kannst du mit Claude keine Bilder generieren lassen
Inhalte
Was kann Claude besser? 8 Vorteile gegenüber ChatGPT
Claude überzeugt viele Nutzer:innen aktuell durch eine hohe Textqualität mit der Option, die Texte auch wirklich zu personalisieren. Und auch die Funktion Claude Cowork, mit der du alltäglich anfallende Todos einfach an die KI auslagern kannst, wie zum Beispiel Rechnungen schreiben.
Schauen wir uns die Vorteile von Claude gegenüber ChatGPT und anderen KI-Tools im Detail an:
1. Natürlichere Sprache
Wer häufig mit KI-Texten arbeitet, kennt das Problem: Die Antworten klingen oft glatt und austauschbar. Sie machen irgendwie müde beim Lesen.
Wenn du von ChatGPT zu Claude wechselst, wirst du einen deutlichen Unterschied merken: Die Formulierungen wirken weniger wie aus einer Textmaschine und mehr wie von einem Menschen geschrieben. Das liegt unter anderem daran, dass Claude bei seinen Antworten mehr Kontext berücksichtigt: Was wurde vorher gesagt? Was ist das eigentliche Ziel? Was ist der Ton der Unterhaltung?
Meine Erfahrung: Der Sprung von ChatGPT ist wirklich enorm. Selbst mit ausführlichen Briefings und einem eigens programmierten GPT bekomme ich mit ChatGPT seit einiger Zeit schlechtere Ergebnisse als mit Claude – und das sogar dann, wenn ich Claude keinerlei Anweisungen zu meinem Schreibstil gebe.
KI-Kompass
Hinweis zur Spracheingabe bei Claude: Ich nutze gerne Spracheingaben, um KI-Tools zu briefen (das geht schneller als tippen). Leider ist das bei Claude nicht direkt im Browser möglich, anders als zum Beispiel bei ChatGPT. Wer Claude per Stimme briefen möchte, braucht dafür die Desktop-App.
2. Mehr Kontext & Komplexität
Claude versteht auch komplexe Aufgaben und mehrschichtige Briefings: Mehrere PDFs, bestehende Texte oder rohe Notizen. Du musst nichts kleinteilig aufbereiten, Stück für Stück briefen oder vorab sortieren.
ChatGPT kommt dabei schneller an seine Grenzen und lässt Inhalte aus oder vergisst Briefings innerhalb eines Chats wieder – Claude kann deutlich mehr Inhalt auf einmal verarbeiten.
Das spart Zeit, wenn du an umfangreichen Projekten arbeitest: Zum Beispiel an einem Blogartikel, bei dem du viele verschiedene Quellen als Ressourcen heranziehen möchtest.
3. Eigene Stile hinterlegen
Claude kann ja von alleine schon gut schreiben – aber du kannst der KI auch beibringen, wie du schreibst.
Über die Funktion „Styles“ lädst du einen eigenen Text hoch, Claude analysiert deinen Schreibstil und hinterlegt ihn als persönlichen Style.
Ab dann produziert Claude Texte in genau diesem Ton – mit einem Klick, ohne dass du jedes Mal aufs Neue erklären musst, wie du klingst.
Das ist besonders praktisch, wenn du regelmäßig Content erstellst, wie zum Beispiel suchmaschinenoptimierte Blogartikel.
KI-Kompass
Welches KI-Tool ist das Richtige? Im Vergleich zu ChatGPT hat Claude den Nachteil, dass du keine Bilder erstellen kannst. Dennoch kannst du mit Claude Diagramme, Grafiken, PDFs, Slides für Präsentationen usw. in deinem Branding erstellen. Falls du ein Tool suchst, das Texte und Bilder generieren kann, bist du bei Gemini und ChatGPT an der richtigen Stelle.
Deine Styles kannst du an verschiedenen Stellen bei Claude hinterlegen:
- Im Chat: unten links „Suche und Tools“ → „Style verwenden“
- In den Einstellungen: Profilbild unten links → Einstellungen → „Styles“
- In Projekten: innerhalb eines Projekts kannst du einen Style als Standard hinterlegen, der dann für alle Chats in diesem Projekt gilt
4. Claude Cowork
Mit Claude Cowork kannst du alltägliche Aufgaben an die KI abgeben – wie zum Beispiel Rechnungen schreiben, Dateien sortieren oder Recherchen zusammenfassen.
Ein typischer Anwendungsfall für Selbstständige oder Unternehmerinnen könnte zum Beispiel sein, dass Claude dich bei deinen Terminen und Aufgaben unterstützt: Claude kann deinen Kalender analysieren und dir jeden Montagmorgen eine priorisierte Wochenübersicht erstellen – oder eingehende Emails zusammenfassen und Antworten vorformulieren, die du nur noch abschicken musst.
5. Claude Code
Claude Code richtet sich vor allem an Entwickler:innen und technikaffine Nutzer:innen. Es ist ein KI-Agent, der direkt in deiner Entwicklungsumgebung arbeitet – er liest deine Codebasis, bearbeitet Dateien und führt Befehle aus. Anders als im normalen Chat wartet Claude Code nicht auf Anweisungen, sondern arbeitet sich eigenständig durch Programmieraufgaben.
Kurz gesagt: Claude Code ist Claude für Programmierer:innen.
6. Projekte und Chats
Mit der Projektfunktion kannst du bei Claude verschiedene Arbeitsbereiche anlegen – zum Beispiel einen für deinen Blog, einen für Kundenprojekte und einen für private Themen. Jedes Projekt hat seinen eigenen Kontext, seine eigenen Dateien und seine eigenen Anweisungen.
Das bedeutet: Claude weiß innerhalb eines Projekts immer, womit es es zu tun hat. Du lädst einmal deine wichtigsten Unterlagen hoch – Styleguide, Briefing-Vorlage, Produktbeschreibungen – und Claude greift in jedem Chat in diesem Projekt automatisch darauf zurück. Ohne dass du immer wieder von Neuem deine Zielgruppe oder deine Brandingfarben angeben musst.
Ein typisches Beispiel: Du legst ein Projekt für deinen Blog an, lädst deinen Schreibstil-Guide und Infos zu deiner Positionierung hoch – und ab dann produziert Claude Artikel, die direkt zu deinem Blog passen, ohne dass du jedes Mal von vorne briefen musst.
7. Freebies, Slides, Pdfs einfach erstellt
Du kannst mit Claude Freebies, PDFs, Präsentationen oder Slides erstellen lassen, die direkt in deinem Branding daherkommen.
Möglich macht das die Skills-Funktion: Du hinterlegst einmal deine Farben, Schriftarten und Formatierungen – und Claude greift bei jedem neuen Dokument automatisch darauf zurück, zum Beispiel für:
- Freebies
- PDFs
- Präsentationen
- Vorlagen für wiederkehrende Dokumente
- usw
Hinweis: Claude kann Grafiken erstellen und Layouts gestalten – aber keine Bilder wie KI-Fotos, Landschaften, Business-Porträts oder ähnliches generieren.
8. Inkognito-Modus
Der Inkognito-Modus bei Claude funktioniert ähnlich wie der private Modus in deinem Browser: Der Chat wird nicht in deinem Verlauf gespeichert und fließt nicht ins Training der KI ein.
Du findest den Inkognito-Modus oben rechts im Chat – erkennbar am Geister-Symbol. Ein Klick, und du wechselst zum privaten Chat.
Wichtig zu wissen: Deine Daten landen dennoch bei Anthropic. Überlege dir also trotzdem, welche Daten du teilen möchtest. Und auch unbedingt merken: Sobald du das Inkognito-Fenster schließt, sind die Inhalte weg – und auch für dich nicht mehr aufrufbar.
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Umzug von ChatGPT zu Claude
Weil aktuell viele von ChatGPT zu Claude wechseln und vorher intensiv mit ChatGPT gearbeitet haben, bietet Claude eine Art Umzugsdienst an:Mit der Import-Funktion von Claude kannst du dein Profil und deine Einstellungen aus ChatGPT umziehen, sodass Claude dich nicht von Null neu kennenlernen muss.
So geht der Umzug Schritt für Schritt:
- Öffne Claude und gehe unten links auf deinen Profilnamen → Einstellungen → Fähigkeiten
- Klicke bei „Gedächtnis von anderen KI-Anbietern importieren“ auf „Import starten“
- Claude zeigt dir einen fertigen Prompt – diesen kopierst du
- Öffne ChatGPT, füge den Prompt in einen neuen Chat ein und schicke ihn ab
- ChatGPT gibt dir eine Zusammenfassung deines Profils – diese kopierst du
- Gehe zurück zu Claude und füge die Zusammenfassung in das Importfeld ein
Nach dem Import kennt Claude deinen Arbeitsstil, deine Vorlieben und deinen Kontext – ohne dass du alles neu erklären musst.
Falls ChatGPT kaum oder nichts über dich gespeichert hat, liegt das daran, dass die Memory-Funktion dort nicht automatisch aktiv ist.
Hinweis: Deine alten ChatGPT-Chats selbst lassen sich nicht direkt übertragen, nur das gespeicherte Profil und die Einstellungen. Wer seine Chatverläufe sichern möchte, kann diese vorher bei ChatGPT exportieren: Einstellungen → Datenkontrollen → Daten exportieren.
Die QuitGPT-Bewegung
Seit Anfang 2026 verlassen viele Nutzer:innen ChatGPT und wechseln zu Claude. Der Auslöser: OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, schloss einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium ab.
Das bedeutet, dass ChatGPT künftig für militärische Zwecke eingesetzt werden darf und OpenAI damit einverstanden ist, dass seine KI für Kriegszwecke genutzt wird.
Anthropic, wozu Claude gehört, lehnte diesen Vertrag ab. Das kostete Anthropic zwar Regierungsaufträge – gewann aber das Vertrauen vieler Nutzer:innen.
Auf Social Media verbreiteten sich Hashtags wie #QuitGPT und #CancelChatGPT. Und es gibt auch eine Initiative unter dem Titel QuitGPT.
Laut Marktforschern stieg die Deinstallation der ChatGPT-App um rund 295 Prozent. Claude kletterte zeitgleich in mehreren Ländern auf Platz 1 in den Charts der App-Stores, so auch in Deutschland.
Die große Bewegung zu Claude liegt aber nicht allein an der QuitGPT-Bewegung: Sie begann schon 2025, weil Claude sich gegenüber ChatGPT enorm weiterentwickelt hat.
Wo ChatGPT und Gemini besser sind
Claude hat überzeugend viele Vorteile – aber es gibt ein paar Dinge, in denen ChatGPT und Gemini vorne liegen:
Mit ChatGPT kannst du mit Bilder und Videos generieren – das geht mit Claude nicht. Wer ein Allrounder-Tool sucht, das Texte und Bilder aus einer Hand liefert, ist bei ChatGPT oder Gemini besser aufgehoben.
Gemini eignet sich außerdem für Menschen, die viel mit Google-Produkten arbeiten wie Gmail, Google Drive oder Google Docs. Claude ist aber das beste Tool, wenn es um starke Texte, komplexe Aufgaben und alltägliche Todos am Computer geht – perfekt also im Arbeitskontext.
Fazit
Wenn du regelmäßig Texte schreibst, Content erstellst oder wiederkehrende Aufgaben an eine KI abgeben möchtest, ist Claude aktuell wahrscheinlich das beste KI-Tool für dich.
ChatGPT bleibt eine gute Wahl für alle, die ein Allrounder-Tool suchen – besonders wenn Bildgenerierung dazugehören soll.
Mein Tipp: Teste Claude einfach kostenlos – und schau, ob du nach einer Woche noch zurückwechseln möchtest.
Claude gibt es kostenlos – mit der kostenlosen Version kannst du direkt loslegen. Die Pro-Version kostet 15 € im Monat und die Max-Version startet bei 90 € im Monat. Wer Claude über die API nutzen möchte, zahlt je nach Modell unterschiedliche Preise.
Hinweis: Wenn du ein neues Google-Konto für die USA anlegst, kann es einige Zeit dauern, bis du Google Labs angezeigt bekommst und nutzen kannst.
Deine bestehenden Chats lassen sich nicht direkt übertragen. Was du aber mitnehmen kannst, ist dein gespeichertes Profil und deine Einstellungen – über die Import-Funktion von Claude. Wie das genau funktioniert, erkläre ich weiter oben im Artikel.
Ein Wechsel zu Claude lohnt sich, wenn du beruflich mit KI arbeitest. Besonders wenn du regelmäßig Texte schreibst, Content erstellst oder wiederkehrende Aufgaben abgeben möchtest. Wer KI hauptsächlich für Bildgenerierung nutzen möchte, ist bei ChatGPT oder Gemini besser aufgehoben.
Ja, beide Tools gibt es kostenlos. Du kannst also beide einfach ausprobieren.