Google SGE (Search Generative Experience) wurde von Google im Mai 2023 auf der Google I/O vorgestellt – einer jährlichen Entwicklerkonferenz, auf der neue Technologien und Produkte präsentiert werden.
SGE bezeichnet das Konzept, mit dem Google erstmals generative KI in die Websuche integriert hat. Inzwischen sind daraus zwei konkrete Funktionen entstanden: die AI Overviews direkt in den Suchergebnissen – und der AI Mode, ein separater Chatbot‑Tab in Google.
Fakten für Eilige
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Google SGE steht für „Search Generative Experience“ – ein Experiment von Google mit generativer KI in der Suche
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Die AI Overviews (AIOs) sind KI-Antworten, die über den klassischen Suchergebnissen erscheinen (in Deutschland verfügbar seit März 2025)
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Der AI Mode ist ein separater Tab mit Gemini-gestütztem KI-Chat – direkt in Google integriert (in Deutschland verfügbar seit Oktober 2025)
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SGE selbst ist kein Feature in Google, sondern die Vorstufe dieser beiden Systeme
Inhalte
Definition: Was ist Google SGE?
SGE war Googles erstes öffentliches Experiment mit KI – es war der erste Versuch, generative KI in die klassische Suche zu integrieren.
Der Entwurf wurde 2023 als Antwort auf KI-Chatbots wie ChatGPT vorgestellt und zunächst in einer Beta-Variante über die sogenannten „Search Labs“-Plattform getestet: Nutzer:innen in den USA konnten das System ausprobieren.
SGE war also das Vorläufer-Konzept von den inzwischen in Deutschland verfügbaren KI-Funktionen AI Overviews und AI Mode.
Google SGE vs. AI Overviews vs. AI Mode
KI-Kompass
Google SGE, die AI Overviews und der AI Mode sind verschiedene Begriffe für Googles KI-gestützte Suchfunktionen: SGE war der ursprüngliche Name für das Experiment, AI Overviews (AIOs) ist der Name für die automatischen KI-Zusammenfassungen in den Suchergebnissen – und der AI Mode ist ein separater, in einem eigenen Tab anwendbarer KI-Chatbot auf Basis von Gemini.
SGE wird auch als Synonym für die AI Overviews verwendet, weil Google in der frühen Kommunikation beide Begriffe eng miteinander verknüpfte. Es wurde aber nicht zu einem nutzbaren Feature, sondern war sozusagen ein experimenteller Ansatz, wie die Suche mit KI aussehen kann.
Der Begriff „SGE“ ist heute nicht mehr Teil der offiziellen Nutzerkommunikation. Stattdessen wurden die Kernfunktionen, die Google in dieser Testphase erprobt hat, inzwischen in zwei Feature übersetzt:
1. Die AI Overviews, also die direkten KI-Antworten in den Suchergebnissen
2. Den AI Mode, ein separater Chatbot-Modus, der als eigener Tab in Google aufgerufen werden kann
Google SGE ist rückblickend gesehen also eher der Begriff für eine Übergangsphase.
Zeitleiste:
- Mai 2023 – Vorstellung von SGE auf der Google I/O
- August 2023 – Start der Tests in Search Labs (USA)
- März 2025 – AI Overviews verfügbar in Deutschland
- Oktober 2025 – AI Mode verfügbar in Deutschland
Auswirkungen auf SEO und das Suchverhalten
Google entwickelt sich mit seinen KI-Lösungen von einer „Such“-Maschine zu einer „Antwort“-Maschine*. Konkret bedeutet das, dass Nutzer:innen ihre Fragen in die Suchleiste eingeben und eine umfassende Antwort erhalten, ohne auf verschiedene Webseiten klicken zu müssen.
* Quelle: Evergreen Media
Laut Google sind Suchanfragen, die über den AI Mode eingegeben werden, 2-5x länger als in der konventionellen Suche. Das bedeutet vor allem, dass diese Suchen viel spezifischer sind und Nutzer:innen jetzt die Möglichkeit haben, individuelle Fragen, Rahmenbedingungen, Nischen usw. in die Suche mit einzubinden.
Wir sehen schon, dass sich das Nutzerverhalten dadurch ändert: Menschen klicken weniger auf Websites – das betrifft vor allem die Phase, wenn sie Informationen suchen. Hier werden Websites noch in Google angezeigt und es ist auch lukrativ, dort dann „gesehen zu werden“ – wahrscheinlich rückt die Impression in den Vordergrund und der Klick in den Hintergrund.
Später in der Kundenreise werden Websites dann wieder relevanter: Wenn Menschen vor der Entscheidung stehen, bei wem sie „einkaufen“ möchten. Insofern kommen potenzielle Kund:innen in ihrer Entscheidungsphase oder kurz vor dem Kauf auf unsere Websites. Ein wichtiger Fokus ist also, sie dann abzuholen.
Eigentlich wie immer: Eine Website begleitet Menschen auf ihrer Kundenreise, das ist nichts Neues.
Beispiel-Suche in SGE
In Google SGE – oder auch in Googles KI-Systemen – können komplexe Fragen beantwortet werden. Ein Beispiel:
„Wie lege ich 120.00 Euro auf 10 Jahre an?“
Oder vielleicht auch:
„Wie lege ich als Rentnerin 120.00 Euro an, wenn ich auf das Geld jederzeit zurückgreifen und trotzdem die bestmögliche Rendite haben will?“
In der konventionellen Suche bräuchte so eine individuelle Frage mehrere Anläufe. Die Person würde nacheinander oder parallel vielleicht googeln: „Geldanlage ab 60“, „Geldanlage Rentner“, „Vermögen anlegen“, „Aktien mit bester Rendite“ – mei ist das mühsam, oder?
Noch ein Fazit für uns Website-Bereiber:innen: Wir müssen stärker auf Longtail Keywords setzen. Und dazu müssen wir unsere Zielgruppe gut kennen – also eben verstehen, mit welchen Fragen und Zweifeln sich eine Rentnerin plagt, die vielleicht noch nie Geld angelegt hat und sich ums Erbe ihrer Kinder Gedanken macht – und sich trotzdem selbst verwirklichen will.
Fazit
Googles KI bringt Vor- und Nachteile. Aber bevor wir jetzt in Panik geraten, wäre mein Tipp: Erstmal beobachten, wie sich das Ganze entwickelt. Dabei hilft ein Blick in die eigenen Daten – also zum Beispiel zu schauen, woher der überwiegende Traffic kommt. Bei mir sind es 70% Keywords und 20% Direktaufrufe = 90% Google.
Ich halte dich über die KI- und SEO-Entwicklungen auf dem Laufenden, trage dich am besten in meinen Newsletter ein.
Google SGE liefert KI-generierte Antworten auf Suchanfragen, anstatt nur Links zu Websites anzuzeigen. Dadurch können komplexere Fragen beantwortet werden.
Zum Beispiel „Wie erstelle ich einen A/B-Test für meine Google-Ads Kampagne?“
1. Google entwickelt sich zu einer Antwortmaschine. Ein Teil des SEO-Fokus könnte also sein, Blogartikel mit einer Art Frage-Antwort-Gliederung auszuführen: Die Zwischenüberschrift ist die Frage, darunter kommt die Antwort.
2. Websites könnten weniger Traffic bekommen, weil die organischen Suchergebnisse weiter nach unten rutschen und manche Fragen damit direkt in den Suchergebnissen beantwortet werden. Sodass Nutzer:innen nicht mehr auf Websites klicken müssen.
Ja, die Nutzung von Googles KI-Systemen ist kostenlos.
Ja, neben den KI-generierten Antworten werden auch weiterhin „traditionelle“ Suchergebnisse angezeigt.
Jein, viele angebliche Neuerungen sind eigentlich Basics, die SEO-Expert:innen schon seit Jahren predigen: Zielgruppen-Kenntnisse, strukturierte Daten, direkte Antworten auf Fragen der Nutzer:innen geben…
Google SGE ist in die Websuche integriert – das bedeutet, dass die AI Overviews und der AI Mode auf Basis der Nutzerdaten erstellt werden. Das kann also dazu führen, dass die Antworten individueller sind als welche, die von anderen KI-Textgeneratoren erstellt werden (meine These).
Ja, dankeschön. Sehr umfangreiche Arbeit. Da kommt also noch so manches auf uns zu.
Diese Sache, dieses SGE, ist folgerichtig. Die KI wird immer präziser und unterstützt die Suche.
Leider sind manche Suchergebnisse immer noch nicht „gerecht“ oder auch nur nachvollziehbar. Das sollte dadurch besser werden, meine ich.
Hallo lieber Mark! Vielen Dank für deinen Kommentar, es freut uns, dass dir der Artikel gefallen hat! ???? Es ist zu hoffen, dass die Weiterentwicklung in diese Richtung geht, dass Suchergebnisse nicht nur passgenauer, sondern auch nachvollziehbar und gerecht sind. Es bleibt spannend, wie sich diese Technologie weiterentwickelt.
Liebe Grüße Sarah aus dem Team von Satzgestalt
Vielen lieben Dank für den Artikel und die Tipps, wie man die SGE Ergebnisse testen kann. Das macht mich schon ein wenig neugierig. Aber wenn ich mir die organischen Suchergebnisse und Gemini anschaue, habe ich meine Zweifel, ob Google noch auf den KI Zug aufspringen kann. Bin mal gespannt, wohin die Richtung geht.
Ja, Google lässt sich echt Zeit (zumindest in Europa)… Wir bleiben gespannt 🙂 Liebe Grüße, Maike