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Kreatives Schreiben für mehr Leser

Ver­öf­fent­licht am 17. Jul 2018  |  von Maike Burk

Nur 16 Prozent der User lesen Texte im Netz zu Ende. Durch­schnitt­lich. Wir zeigen dir, wie du diese Zahl über­bie­test – mit jour­na­lis­tisch fun­dierten Tipps zum kreativen Schreiben. Du verfasst Texte, weil du eine Botschaft hast. Weil du Leser erreichen willst, deine Webseite mone­ta­ri­sieren möchtest. Aber der User bleibt einfach nicht am Ball und deine Buyer Persona Anna shoppt Schuhe auf der Kon­kur­renz-Seite? Wir zeigen dir, wie du kreative Texte verfasst, die zu Ende gelesen werden.

Methoden für kreatives Schreiben

 

1. Übung

Auch Harald Mar­ten­stein hat mal ein Volon­ta­riat gemacht. Will sagen: Ohne Übung keine Kolumne im Zeit-Magazin.

Wenn du wirklich ein besserer Texter werden willst, musst du regel­mäßig schreiben. Verwerfen, über­ar­beiten – den Schreib­muskel auf Mehrwert trai­nieren.

To-Do für dich

  • Verfasse regel­mäßig Inhalte, zum Beispiel einen Artikel pro Woche.
  • Nimm dir eine Regel­mä­ßig­keit vor, die du einhalten kannst – denn Erfolgs­er­leb­nisse moti­vieren!
  • Blocke dir einen bestimmten Zeitraum, in dem du schreibst. Schalte in der Zwi­schen­zeit E‑Mails und dein Handy aus, damit du wirklich fokus­siert bleiben kannst.

Wenn du mehr willst: Übung Free­wri­ting.

  1. Setze einen Zeitraum, in dem du schreibst. Zum Beispiel fünf Minuten
  2. Schreib unge­fil­tert auf, was dir einfällt: Worte, Sätze, Halbsätze – mit oder ohne Zusam­men­hang.
  3. Dabei darfst du den Stift nicht absetzen und nicht aufhören, zu schreiben. Gehen dir die Ideen aus, wie­der­holst du das letzte Wort, bis dir ein neues einfällt.
  4. Nach dem gesetzten Zeitraum reflek­tierst du über das Geschrie­bene – und kannst daraus neue Ideen und Kon­strukte für Texte ziehen.

2. Abstand

Zum Schreib­muskel-Aufbau gehören auch Trainings-Pausen.

Bevor dein Artikel online geht, solltest du Abstand nehmen. Weil die Auf­merk­sam­keit am Bild­schirm schnell nachlässt (auch beim Autor) können sich Fehler oder unge­wünschte Wie­der­ho­lungen ein­schlei­chen – am nächsten Tag sieht man plötzlich all die unschönen For­mu­lie­rungen, die jedem Autor passieren.

To-Do für dich

Ver­öf­fent­liche deine Beiträge erst, wenn du mit frischem Geist nochmal drauf geschaut hast. Falls es schneller gehen muss, helfen folgende Maßnahmen:

  • Schriftart und ‑Größe ändern, damit du eine andere Per­spek­tive auf den Text bekommt
  • Text aus­dru­cken und auf Papier lesen, damit die Licht­im­pulse nicht mehr müde machen
  • mit der Such­funk­tion (Strg. F) den Text auf Wie­der­ho­lungen unter­su­chen
  • redi­gieren lassen

3. Mach Meinung

Kunden kommen zu Experten. Also steh zu deiner Meinung.

Rela­ti­vie­rungen wirken dagegen unau­then­tisch und unsicher. Mit einer Meinung hast du ein Allein­stel­lungs­merkmal gegenüber anderen Beiträgen.

To-Do für dich

Überlege dir, WARUM du den Artikel verfasst.

  • Was ist deine These?
  • Welche Botschaft möchtest du in die Online­welt hinaus rufen?

4. Vom Profi redi­gieren lassen

Viel­leicht bist du ein Natur­ta­lent. Viel­leicht aber auch nicht. Wo du stehst, lässt sich am besten durch eine neutrale Profi-Meinung her­aus­finden.

Text­kor­rek­turen sind ein sehr sensibles Thema. Aber wer unter­neh­me­risch denkt, weiß: Wir haben alle nicht die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Und wir wachsen an den Dingen, die unan­ge­nehm sind.

To-Do für dich

Im Ernst. Lass deine ersten Texte von einem Profi redi­gieren. Am Anfang tut’s weh – am Ende werden deine Artikel gelesen.

5. …und selber redi­gieren

Redigiere Texte von anderen Autoren. Ob Print oder Online – ob bekannter oder unbe­kannter Autor.

To-Do für dich

Schnapp’ dir ein Magazin, eine Zeitung oder suche dir einen Blog­ar­tikel aus: Was findest du an dem Text gut? Und was würdest du an dem Text ver­bes­sern?

  • Wie ist der Text aufgebaut?
  • Was gefällt dir sprach­lich, was nicht?
  • Wie findet der Autor einen Zugang zum Thema? Und wie schafft er es, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen?

 

Von guten und schlechten Bei­spielen kann man lernen – wenn man ana­ly­siert, warum sie gut oder schlecht sind.

kreatives-Schreiben-Beispiele
kreatives-Schreiben-Methoden

6. Mehrwert

Google und dein User sind auf der Suche nach dem besten Mehrwert.

Frage dich bei jedem Text: Warum sollte jemand diesen Artikel lesen? Was biete ich mehr als der benach­barte Sei­ten­be­treiber?

Dein Mehrwert gegenüber dem Wett­be­werber kann sein:

  • eine andere Meinung zum Thema
  • eine andere Kern­aus­sage
  • ein per­sön­li­cherer Schreib­stil / Unter­hal­tungs­wert
  • bessere Recherche
  • tief­grei­fen­dere Infos
  • eine andere Ziel­gruppe / Buyer Persona
  • bessere User Expe­ri­ence
  • anspre­chen­dere Visua­li­sie­rungen, Bilder, Grafiken
  • oder am besten: alle auf­ge­führten Punkte

To-Do für dich

Frage dich bei jedem Text: Warum sollte jemand diesen Artikel lesen? Was biete ich an mehr Wert als der benach­barte Sei­ten­be­treiber?

7. Natür­lich­keit: Sei echt

Autoren kata­pul­tieren ihre Sprache bei Texten oft in die Schwulst-Ebene. Obwohl das weder nötig noch för­der­lich ist: Für den Leser klingen die Inhalte auf­ge­bläht, ela­bo­riert, künstlich. Oder noch schlimmer: Der User versteht den Text nicht.

Und das ist das Ende der User-Untern­hemer-Beziehung.

Lösung: Schreibe natürlich und ver­ständ­lich.

To-Do für dich

Überprüfe deine Texte:

  • Sind die Sätze auf Anhieb ver­ständ­lich? Wenn du selbst zweimal lesen musst, ist das ein schlechtes Zeichen.
  • Hast du den Inhalt selbst voll­ständig ver­standen und könntest ihn auch in anderen Worten for­mu­lieren?

8. Einfache Sprache

Die Kunst von guten Inhalten ist, kom­pli­zierte Sach­ver­halte in eine einfache Sprache zu über­setzen. Und nicht: leicht Sach­ver­halte in kom­pli­zierte Sprache.

Als Autor ist es also unsere Aufgabe, die Inhalte für den Leser zugäng­lich zu machen.

To-Do für dich

  • Mach kurze Sätze, wenn der Sach­ver­halt besonders kom­pli­ziert ist: ein Satz = eine Infor­ma­tion.
  • Setze Fach­be­griffe in Häppchen ein

9. Definiere eine Kernthese

Zu viele Suppen verderben den Brei oder so.

Wenn du zu viele Inhalte hast, mach mehrere Artikel draus. Sonst läufst du Gefahr, dass die Inhalte in Kon­kur­renz zuein­ander stehen. Das lässt sich vermeiden durch die Defi­ni­tion einer Kernthese – im Jour­na­lismus auch Küchen­zuruf genannt.

To-Do für dich

  • Definiere für jeden Artikel genau eine Kernthese.
  • Wenn du mehrere Kern­thesen hast: Mach mehrere Artikel draus.

10. Cluster erstellen

Mit einem Cluster machst du visua­li­siertes Brain­stor­ming.

To-Do für dich

1. Kernthese

  • Schreibe ein Stichwort deines Artikels auf die Mitte des Blatts

 

2. Teil­as­pekte

  • Notiere weitere relevante Begriffe, die dir zu diesem Thema einfallen und schreibe sie drum herum auf
  • verbinde die ver­schie­denen Begriffe mit­ein­ander – welche Teil­as­pekte bedingen sich gegen­seitig?

 

3. Text­aufbau

  • Aus den Ver­bin­dungen kannst du deinen Text­aufbau ableiten: Daraus entstehen sinnvolle Über­lei­tungen zwischen deinen Text­ab­schnitten.

11. Allein­stel­lungs­merkmal

Um dich ins User-Hirn ein­zu­gra­vieren, musst du dich unter­scheiden.

Am besten schreibst du dafür anders als der Rest der Welt. Oder zumindest anders als dein Wett­be­werber. So schaffst du ein Allein­stel­lungs­merkmal und bleibst im Gedächtnis – und dadurch gene­rierst du wie­der­keh­rende User.

To-Do für dich

Schau dir an, wie dein Wett­be­werber schreibt. Überlege dir, was dich unter­scheidet:

  • im Schreib­stil
  • mit deiner Meinung
  • mit deinem Blick­winkel / deiner Erfahrung

Wenn du mehr willst.

Wie du durch eine bessere User-Ansprache mehr Reich­weite schaffst, lernst du in unserem Kurs Der Prot­ago­nist.

12. Lesen

Lesen ist eines der effek­tivsten Mittel, um bessere Inhalte zu schreiben. Weil man mehr Fach­wissen bekommt, kom­ple­xere Zusam­men­hänge versteht und inspi­riert wird.

Das passt auch zur folgenden Jour­na­listen-Faust­formel: Um einen Satz zu schreiben, muss man drei gelesen haben.

To-Do für dich

Wenn du einen Artikel schreibst, lies min­des­tens drei unter­schied­liche Artikel zum selben Thema. Besser zehn – und zwar die zehn Top 10 für dein gewähltes Keyword.

13. Synonyme

Nutze Synonyme – ohne Über­trei­bung.

Immer nur einen Begriff zu kopieren macht den Leser müde und ist für SEO kon­tra­pro­duktiv. Mehr als drei Begriffe wirken ver­wir­rend.

To-Do für dich

  • Überlege dir bei der Wahl deines Synonyms, ob es eindeutig ist – sodass der User nicht darüber stolpert.
  • Verzichte auf Synonyme, wenn es für eine Sache nur einen ver­nünf­tigen Begriff gibt. Beispiel: Lass den „Elefant“ Elefant sein – und streich den Dick­häuter aus deinem Text.

14. Metaphern

Metaphern über­setzen einen Sach­ver­halt in ein Bild. Damit wird die Aussage ver­ständ­li­cher – und bleibt im Gedächtnis des Lesers hängen.

  • mit eigenen Metaphern schaffst du ein Allein­stel­lungs­merkmal
  • du machst einen Fakt leichter zugäng­lich
  • und damit sprichst du die Emotionen des Lesers an

 

Eine gute Metapher über­rascht deinen Leser – weil er sie bei dir zum ersten Mal liest. Eine schlechte Metapher ist eine, die wir schon hun­dert­fach gelesen haben. Der „Tropfen auf dem heißen Stein“ spricht nur eine Emotion beim Leser an: Lan­ge­weile.

To-Do für dich

Überlege dir deine eigenen Metaphern. Das gelingt, indem du einen Vergleich zwischen zwei ver­schie­denen Dingen ziehst.

15. Der erste Eindruck zählt

Fakten zum ersten Eindruck auf einer Seite:

  • Der erste Satz in deinem Artikel hat Aus­wir­kungen auf die Ver­weil­dauer. Muss also sitzen.
  • Aus User-Sicht ist der erste Satz ist ein Ver­spre­chen an den gesamten Inhalt eines Artikels.
  • Der erste Eindruck schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist die Basis für eine treue Leser­schaft.

To-Do für dich

Dein Leser hat keine Zeit zu verlieren: Stell eine wesent­liche Info deines Texts an den Anfang. Und keine banale Aussage oder Floskel.

Was macht einen kreativen Text aus?

 

Kreativ heißt nicht, dass du vor einem weißen Blatt Papier sitzt und eine Idee raus­pressen musst. Im Gegenteil: Jeder Kreative arbeitet mit Rah­men­be­din­gungen.

In der Archi­tektur geben Faktoren wie Statik, städ­te­bau­li­chen Auflagen und das Raum­pro­gramm eine Richtung vor – im Logo-Design sind es der Mar­ken­name, das Allein­stel­lungs­merkmal und die Unter­neh­mens-Werte.

Die besten Lösungen entstehen, wenn der Kreative geschickt mit diesen Bedin­gungen umgeht. Das gilt auch für Texte.

Warum sind gute Texte so wichtig?

 

Aus User-Sicht

Über Inhalte kom­mu­ni­zierst du mit deiner Ziel­gruppe.

Das Ziel jeder Webseite ist: Leser, Käufer, News­letter-Abon­nenten zu gene­rieren oder als digitales Aus­hän­ge­schild eines Unter­neh­mens zu dienen – und Leser, Käufer, News­letter-Abon­nenten und Sei­ten­be­su­cher sind Menschen.

Aus SEO-Sicht

Texte und Links sind die Infra­struktur des Internets. Ohne Content gäbe es keine Such­an­fragen – und wir würden nicht über Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung sprechen.

SEO-Rück­schluss

 

Aus SEO-Sicht sind gute Inhalte unver­zichtbar. Immerhin hin­ter­lässt jeder Besucher Spuren auf deiner Seite – diese geben Google Auf­schluss über die Zufrie­den­heit des Lesers und fließen in das Ranking mit ein.

Abgesehen davon: 100 Prozent deiner User sind Menschen. Und Menschen sind ego­is­tisch – sie agieren mit Inhalten, die ihnen „etwas bringen“.

Die Brücke zum User-Vertrauen schlägst du also über Mehrwert. Und Mehrwert trans­por­tierst du über Content.



Maike Burk
Gründerin, Online-Jour­­na­­listin, SEO-Expertin



Maike liebt Content, der für den Menschen erstellt wird – und bei Google gefunden wird. Als Gründerin von Satz­ge­stalt sieht sie ihre Mission darin, SEO-Texte anspruchs­voll zu gestalten. // Erfahre mehr über das Team und Satz­ge­stalt. Folge uns auf Instagram, Facebook und Linkedin.





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