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Kreatives Schreiben für mehr Leser

Nur 16 Prozent der User lesen Texte im Netz zu Ende. Durchschnittlich. Wir zeigen dir, wie du diese Zahl überbietest – mit journalistisch fundierten Tipps zum kreativen Schreiben.

Du verfasst Texte, weil du eine Botschaft hast. Weil du Leser erreichen willst, deine Webseite monetarisieren möchtest. Aber der User bleibt einfach nicht am Ball und deine Buyer Persona Anna shoppt Schuhe auf der Konkurrenz-Seite?

Wir zeigen dir, wie du kreative Texte verfasst, die zu Ende gelesen werden. 

Methoden für kreatives Schreiben –

 

1. Übung

Auch Harald Martenstein hat mal ein Volontariat gemacht. Will sagen: Ohne Übung keine Kolumne im Zeit-Magazin.

Wenn du wirklich ein besserer Texter werden willst, musst du regelmäßig schreiben. Verwerfen, überarbeiten – den Schreibmuskel auf Mehrwert trainieren.

To-Do für dich

Verfasse regelmäßig Inhalte, zum Beispiel einen Artikel pro Woche.

– Nimm dir eine Regelmäßigkeit vor, die du einhalten kannst – denn Erfolgserlebnisse motivieren!

Blocke dir einen bestimmten Zeitraum, in dem du schreibst. Schalte in der Zwischenzeit E-Mails und dein Handy aus, damit du wirklich fokussiert bleiben kannst.

Wenn du mehr willst: Übung Freewriting.

  1. Setze einen Zeitraum, in dem du schreibst. Zum Beispiel fünf Minuten
  2. Schreib ungefiltert auf, was dir einfällt: Worte, Sätze, Halbsätze – mit oder ohne Zusammenhang.
  3. Dabei darfst du den Stift nicht absetzen und nicht aufhören, zu schreiben. Gehen dir die Ideen aus, wiederholst du das letzte Wort, bis dir ein neues einfällt.
  4. Nach dem gesetzten Zeitraum reflektierst du über das Geschriebene – und kannst daraus neue Ideen und Konstrukte für Texte ziehen.

2. Abstand

Zum Schreibmuskel-Aufbau gehören auch Trainings-Pausen.

Bevor dein Artikel online geht, solltest du Abstand nehmen. Weil die Aufmerksamkeit am Bildschirm schnell nachlässt (auch beim Autor) können sich Fehler oder ungewünschte Wiederholungen einschleichen – am nächsten Tag sieht man plötzlich all die unschönen Formulierungen, die jedem Autor passieren.

To-Do für dich

Veröffentliche deine Beiträge erst, wenn du mit frischem Geist nochmal drauf geschaut hast. Falls es schneller gehen muss, helfen folgende Maßnahmen:

Schriftart und -Größe ändern, damit du eine andere Perspektive auf den Text bekommt
Text ausdrucken und auf Papier lesen, damit die Lichtimpulse nicht mehr müde machen
– mit der Suchfunktion (Strg. F) den Text auf Wiederholungen untersuchen
– redigieren lassen

 

3. Mach Meinung

Kunden kommen zu Experten. Also steh zu deiner Meinung.

Relativierungen wirken dagegen unauthentisch und unsicher. Mit einer Meinung hast du ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Beiträgen.

To-Do für dich

Überlege dir, WARUM du den Artikel verfasst.

– Was ist deine These?
Welche Botschaft möchtest du in die Onlinewelt hinaus rufen?

 

4. Vom Profi redigieren lassen

Vielleicht bist du ein Naturtalent. Vielleicht aber auch nicht. Wo du stehst, lässt sich am besten durch eine neutrale Profi-Meinung herausfinden.

Textkorrekturen sind ein sehr sensibles Thema. Aber wer unternehmerisch denkt, weiß: Wir haben alle nicht die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Und wir wachsen an den Dingen, die unangenehm sind.

To-Do für dich

Im Ernst. Lass deine ersten Texte von einem Profi redigieren. Am Anfang tut’s weh – am Ende werden deine Artikel gelesen.

 

5. …und selber redigieren

Redigiere Texte von anderen Autoren. Ob Print oder Online – ob bekannter oder unbekannter Autor.

To-Do für dich

Schnapp’ dir ein Magazin, eine Zeitung oder suche dir einen Blogartikel aus: Was findest du an dem Text gut? Und was würdest du an dem Text verbessern?

– Wie ist der Text aufgebaut?
– Was gefällt dir sprachlich, was nicht?
– Wie findet der Autor einen Zugang zum Thema? Und wie schafft er es, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen?

Von guten und schlechten Beispielen kann man lernen – wenn man analysiert, warum sie gut oder schlecht sind.

kreatives-Schreiben-Beispiele
kreatives-Schreiben-Methoden

6. Mehrwert

Google und dein User sind auf der Suche nach dem besten Mehrwert.

Frage dich bei jedem Text: Warum sollte jemand diesen Artikel lesen? Was biete ich mehr als der benachbarte Seitenbetreiber?

Dein Mehrwert gegenüber dem Wettbewerber kann sein:

– eine andere Meinung zum Thema
– eine andere Kernaussage
– ein persönlicherer Schreibstil / Unterhaltungswert
– bessere Recherche
tiefgreifendere Infos
– eine andere Zielgruppe / Buyer Persona
– bessere User Experience
– ansprechendere Visualisierungen, Bilder, Grafiken
– oder am besten: alle aufgeführten Punkte

To-Do für dich

Frage dich bei jedem Text: Warum sollte jemand diesen Artikel lesen? Was biete ich an mehr Wert als der benachbarte Seitenbetreiber?

 

7. Natürlichkeit: Sei echt

Autoren katapultieren ihre Sprache bei Texten oft in die Schwulst-Ebene. Obwohl das weder nötig noch förderlich ist: Für den Leser klingen die Inhalte aufgebläht, elaboriert, künstlich. Oder noch schlimmer: Der User versteht den Text nicht.

Und das ist das Ende der User-Unternhemer-Beziehung.

Lösung: Schreibe natürlich und verständlich.

To-Do für dich

Überprüfe deine Texte:

– Sind die Sätze auf Anhieb verständlich? Wenn du selbst zweimal lesen musst, ist das ein schlechtes Zeichen.
– Hast du den Inhalt selbst vollständig verstanden und könntest ihn auch in anderen Worten formulieren?

 

8. Einfache Sprache

Die Kunst von guten Inhalten ist, komplizierte Sachverhalte in eine einfache Sprache zu übersetzen. Und nicht: leicht Sachverhalte in komplizierte Sprache.

Als Autor ist es also unsere Aufgabe, die Inhalte für den Leser zugänglich zu machen.

To-Do für dich

– Mach kurze Sätze, wenn der Sachverhalt besonders kompliziert ist: ein Satz = eine Information.
– Setze Fachbegriffe in Häppchen ein

 

9. Definiere eine Kernthese

Zu viele Suppen verderben den Brei oder so.

Wenn du zu viele Inhalte hast, mach mehrere Artikel draus. Sonst läufst du Gefahr, dass die Inhalte in Konkurrenz zueinander stehen. Das lässt sich vermeiden durch die Definition einer Kernthese – im Journalismus auch Küchenzuruf genannt.

To-Do für dich

Definiere für jeden Artikel genau eine Kernthese.
– Wenn du mehrere Kernthesen hast: Mach mehrere Artikel draus.

 

10. Cluster erstellen

Mit einem Cluster machst du visualisiertes Brainstorming.

To-Do für dich

1. Kernthese
– Schreibe ein Stichwort deines Artikels auf die Mitte des Blatts

2. Teilaspekte
– Notiere weitere relevante Begriffe, die dir zu diesem Thema einfallen und schreibe sie drum herum auf
– verbinde die verschiedenen Begriffe miteinander – welche Teilaspekte bedingen sich gegenseitig?

3. Textaufbau

Aus den Verbindungen kannst du deinen Textaufbau ableiten: Daraus entstehen sinnvolle Überleitungen zwischen deinen Textabschnitten.

 

11. Alleinstellungsmerkmal

Um dich ins User-Hirn einzugravieren, musst du dich unterscheiden.

Am besten schreibst du dafür anders als der Rest der Welt. Oder zumindest anders als dein Wettbewerber. So schaffst du ein Alleinstellungsmerkmal und bleibst im Gedächtnis – und dadurch generierst du wiederkehrende User.

To-Do für dich

Schau dir an, wie dein Wettbewerber schreibt. Überlege dir, was dich unterscheidet:

– im Schreibstil

– mit deiner Meinung

– mit deinem Blickwinkel / deiner Erfahrung

Wenn du mehr willst.

Wie du durch eine bessere User-Ansprache mehr Reichweite schaffst, lernst du in unserem Kurs Der Protagonist.

12. Lesen

Lesen ist eines der effektivsten Mittel, um bessere Inhalte zu schreiben. Weil man mehr Fachwissen bekommt, komplexere Zusammenhänge versteht und inspiriert wird.

Das passt auch zur folgenden Journalisten-Faustformel: Um einen Satz zu schreiben, muss man drei gelesen haben.

To-Do für dich

Wenn du einen Artikel schreibst, lies mindestens drei unterschiedliche Artikel zum selben Thema. Besser zehn – und zwar die zehn Top 10 für dein gewähltes Keyword.

 

13. Synonyme

Nutze Synonyme – ohne Übertreibung.

Immer nur einen Begriff zu kopieren macht den Leser müde und ist für SEO kontraproduktiv. Mehr als drei Begriffe wirken verwirrend.

To-Do für dich

– Überlege dir bei der Wahl deines Synonyms, ob es eindeutig ist – sodass der User nicht darüber stolpert.
– Verzichte auf Synonyme, wenn es für eine Sache nur einen vernünftigen Begriff gibt. Beispiel: Lass den „Elefant“ Elefant sein – und streich den Dickhäuter aus deinem Text.

 

14. Metaphern

Metaphern übersetzen einen Sachverhalt in ein Bild. Damit wird die Aussage verständlicher – und bleibt im Gedächtnis des Lesers hängen.

– mit eigenen Metaphern schaffst du ein Alleinstellungsmerkmal
– du machst einen Fakt leichter zugänglich
und damit sprichst du die Emotionen des Lesers an

Eine gute Metapher überrascht deinen Leser – weil er sie bei dir zum ersten Mal liest. Eine schlechte Metapher ist eine, die wir schon hundertfach gelesen haben. Der „Tropfen auf dem heißen Stein“ spricht nur eine Emotion beim Leser an: Langeweile.

To-Do für dich

Überlege dir deine eigenen Metaphern. Das gelingt, indem du einen Vergleich zwischen zwei verschiedenen Dingen ziehst.

 

 

15. Der erste Eindruck zählt

Fakten zum ersten Eindruck auf einer Seite:

– Der erste Satz in deinem Artikel hat Auswirkungen auf die Verweildauer. Muss also sitzen.
– Aus User-Sicht ist der erste Satz ist ein Versprechen an den gesamten Inhalt eines Artikels.
Der erste Eindruck schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist die Basis für eine treue Leserschaft.

To-Do für dich

Dein Leser hat keine Zeit zu verlieren: Stell eine wesentliche Info deines Texts an den Anfang. Und keine banale Aussage oder Floskel.

Was macht einen kreativen Text aus? –

 

Kreativ heißt nicht, dass du vor einem weißen Blatt Papier sitzt und eine Idee rauspressen musst. Im Gegenteil: Jeder Kreative arbeitet mit Rahmenbedingungen.

In der Architektur geben Faktoren wie Statik, städtebaulichen Auflagen und das Raumprogramm eine Richtung vor – im Logo-Design sind es der Markenname, das Alleinstellungsmerkmal und die Unternehmens-Werte.

Die besten Lösungen entstehen, wenn der Kreative geschickt mit diesen Bedingungen umgeht. Das gilt auch für Texte; hier bewegst du dich im Rahmen von folgenden Faktoren:

Blog-Thema
Kernthese deines Artikels
– Text-Aufbau
– Zielgruppe
– Medium: Online oder Print?
– Textform: Werbetext oder purer Mehrwert?
Angebot im Netz: Was kannst du dem bestehenden Content Neues hinzufügen?

Warum sind gute Texte so wichtig? –

Aus User-Sicht

Über Inhalte kommunizierst du mit deiner Zielgruppe.

Das Ziel jeder Webseite ist: Leser, Käufer, Newsletter-Abonnenten zu generieren oder als digitales Aushängeschild eines Unternehmens zu dienen – und Leser, Käufer, Newsletter-Abonnenten und Seitenbesucher sind Menschen.

Aus SEO-Sicht

Texte und Links sind die Infrastruktur des Internets. Ohne Content gäbe es keine Suchanfragen – und wir würden nicht über Suchmaschinenoptimierung sprechen.

SEO-Rückschluss –

 

Aus SEO-Sicht sind gute Inhalte unverzichtbar. Immerhin hinterlässt jeder Besucher Spuren auf deiner Seite – diese geben Google Aufschluss über die Zufriedenheit des Lesers und fließen in das Ranking mit ein.

Abgesehen davon: 100 Prozent deiner User sind Menschen. Und Menschen sind egoistisch – sie agieren mit Inhalten, die ihnen „etwas bringen“.

Die Brücke zum User-Vertrauen schlägst du also über Mehrwert. Und Mehrwert transportierst du über Content.

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