kreatives Schreiben Übungen

Kreatives Schreiben: 11 schnelle Übungen

Ver­öf­fent­licht am 29. Dezember 2019  |  von Maike Burk

Du willst neue Texte erstellen, aber dir fehlt die Krea­ti­vität? Mit unseren Übungen lernst du kreatives Schreiben – und über­win­dest deine Schreib­blo­ckade.

Kreative Texte sind eine wichtige Grundlage für dein Sto­ry­tel­ling und dein Marketing. Auch wenn du ein Buch verfassen willst, helfen dir unsere Schreib­tipps.

Was ist Kreatives Schreiben?

 

Kreatives Schreiben beginnt dort, wo du dich traust, deinen Kopf aus der grauen Masse zu stecken… Du wirst ein Schreiber mit Gesicht.
Walter Epp, Schreib­suchti

 

Kreatives Schreiben bedeutet, dass du dich frei machst und dich mit Freude in die Erstel­lung von Texten stürzt. Grund­sätz­lich ist beim kreativen Schreiben alles erlaubt – aber manchmal endet zu viel Freiheit darin, dass man vor einem weißen Blatt Papier sitzt und diesen ver­dammten Knopf für den „Krea­tiv­modus“ einfach nicht findet.

Das muss nicht sein. Denn auch beim Verfassen von kreativen Texten gibt es Schreib­re­geln, die du wie ein Grund­ge­rüst nutzen kannst. Und wenn du Lust hast, kannst du diese Regeln auch mal bewusst brechen.

Kann jeder kreatives Schreiben lernen?

 

Ja.

Jeder kann (kreatives) Schreiben lernen, auch du. Denn nur 10 Prozent sind Begabung, laut dem deutschen Schrift­steller Fritz Gesing. Das heißt: Du hast min­des­tens 90 Prozent Potenzial, kreative Texte zu erstellen.

Also ran an den Übungs­speck!

Schnell-Tipps: Schreib­blo­ckade über­winden

 

1. Definiere das Thema
Werde dir bewusst, worüber du schreiben willst. Nur wenn du das weißt, kannst du es deinem Leser ver­mit­teln und kommst in den Flow

2. Fang einfach an
Die ersten Versuche müssen noch nicht das Ende vom Lied sein. Starte also einfach mal mit einem Entwurf

3. Setze einen zeit­li­chen Rahmen
Ich neige dazu, immer wieder an meinen Texten zu schleifen. Darum setze ich mir bewusst zeitliche Grenzen, wann der Textsack zu gemacht wird.

4. Nimm dir Ruhe­pausen
Meistens wird ein Text nicht besser, wenn man stun­den­lang pausenlos daran sitzt. Mit Pausen und Abstand siehst du die Inhalte wieder hinter den Buch­staben.

5. Finde deinen Fokus
Leg dein Smart­phone weg und schalte deine Emails aus, sodass du ohne Unter­bre­chungen in die Tasten hauen kannst.

6. Lies andere Texte
Nutze den Blick­winkel von anderen Autoren, um aus deinen eigenen Denk­mus­tern aus­zu­bre­chen.

7. Ändere den Text visuell
Kann Wunder wirken: Ändere die Schriftart oder ‑Größe in deinem Text­do­ku­ment – auf einmal siehst du deinen Text ganz anders.

15 Übungen und Tipps für kreatives Schreiben

 

1. Übung, Übung, Übung

Wenn du wirklich ein bessere/r Texter/in werden willst, musst du regel­mäßig schreiben. Verwerfen, über­ar­beiten – den Schreib­muskel muss man trai­nieren.

To-Do für dich

  • Verfasse regel­mäßig Inhalte, zum Beispiel einen Artikel pro Woche.
  • Nimm dir eine Regel­mä­ßig­keit vor, die du einhalten kannst – denn Erfolgs­er­leb­nisse moti­vieren!
  • Blocke dir einen bestimmten Zeitraum, in dem du schreibst. Schalte in der Zwi­schen­zeit E‑Mails und dein Handy aus, damit du wirklich fokus­siert bleiben kannst.

2. Nimm Abstand

Zum Aufbau von (Schreib-)Muskeln gehören auch Trainings-Pausen.

Bevor dein Artikel online ver­öf­fent­licht wird, solltest du Abstand nehmen. Weil die Auf­merk­sam­keit am Bild­schirm schnell nachlässt (auch beim Autor) können sich Fehler oder unge­wünschte Wie­der­ho­lungen ein­schlei­chen – an einem neuen Tag sieht man plötzlich all die unschönen For­mu­lie­rungen, die jedem Autor passieren.

To-Do für dich

Ver­öf­fent­liche deine Beiträge erst, wenn du mit frischem Auge nochmal drauf geschaut hast. Falls die Zeit dazu fehlt, helfen folgende Maßnahmen:

  • Schriftart und ‑Größe ändern, damit du eine andere Per­spek­tive auf den Text bekommt
  • Text aus­dru­cken und auf Papier lesen, damit die Licht­im­pulse nicht mehr müde machen
  • Mit der Such­funk­tion (Strg. F) den Text auf Wie­der­ho­lungen unter­su­chen
  • Text redi­gieren lassen

3. Mach Meinung

Leser und Kunden kommen zu Experten. Steh also zu deiner Meinung.

Rela­ti­vie­rungen wirken dagegen unau­then­tisch und unsicher. Mit einer eigenen Meinung hast du ein Allein­stel­lungs­merkmal gegenüber anderen Autoren.

To-Do für dich

  • Überlege dir, WARUM du den Artikel verfasst
  • Was ist deine These?
  • Welche Botschaft möchtest du ver­mit­teln?

4. Lass deine Texte redi­gieren

Viel­leicht bist du ein Natur­ta­lent. Viel­leicht aber auch nicht – und immerhin: 90% Lern­po­ten­zial hat jeder, weißt du noch?

Wo du auf der Natur­ta­lent-Skala und im Übungs­fort­schritt stehst, lässt sich am besten durch eine neutrale Profi-Meinung her­aus­finden. Lass dir also helfen!

Text­kor­rek­turen sind ein sehr sensibles Thema. Aber wenn du weiter kommen möchtest, mach dir bewusst: Keiner hat die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Und wir allen wachsen an den Dingen, die unan­ge­nehm sind. Das gilt natürlich nicht nur fürs Schreiben…

To-Do für dich

Im Ernst. Lass deine ersten Texte von einem Profi redi­gieren. Am Anfang tut’s viel­leicht weh – am Ende werden deine Artikel gelesen.

5. Redigiere andere Texte

Redigiere Texte von anderen Autoren. Ob Print oder Online, ob bekannter oder unbe­kannter Autor, nimm’ s dir einfach raus. (Mein Vater hat ganz schön gestaunt, als ich als Volon­tärin die Texte von Spiegel-Autoren redigiert habe – wir müssen es den Autoren ja nicht aufs Auge drücken, oder?)

To-Do für dich

Schnapp’ dir ein Magazin, eine Zeitung oder suche dir einen Blog­ar­tikel aus: Was findest du an dem Text gut? Und was würdest du an dem Text ver­bes­sern?

  • Wie ist der Text aufgebaut?
  • Was gefällt dir sprach­lich, was nicht?
  • Wie findet der Autor einen Zugang zum Thema? Und wie schafft er es, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen?

Von guten und schlechten Bei­spielen kann man lernen – wenn man ana­ly­siert, warum sie gut oder schlecht sind.

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6. Biete Mehrwert

User, Zeitungs- und Maga­zin­leser – alle sind auf der Suche nach fun­dierten Texten. Weil dir der Leser seine Zeit schenkt, musst du ihm Mehrwert schenken. Fairer Deal, oder?

Dein Mehrwert gegenüber dem Wett­be­werber kann sein:
– eine andere Meinung zum Thema
– eine andere Kern­aus­sage
– ein per­sön­li­cherer Schreib­stil / Unter­hal­tungs­wert
– eine bessere Recherche und tief­grei­fen­dere Infos
– eine bessere User Expe­ri­ence / cooleres Layout
– anspre­chen­dere Visua­li­sie­rungen, Bilder, Grafiken
– oder am besten: alle auf­ge­führten Punkte

To-Do für dich

Frage dich bei jedem Text: Warum sollte jemand diesen Artikel lesen? Was biete ich an mehr Wert als der benach­barte Sei­ten­be­treiber?

7. Sei du selbst

Ein klas­si­scher Anfän­ger­fehler (den habe ich auch gemacht, big time…):

Autoren kata­pul­tieren ihre geschrie­bene Sprache gerne mit voller Wucht in die Schwulst-Ebene. Sie werden in Wort zu einem anderen Menschen. Wieso den bloß?

Das ist weder nötig noch för­der­lich: Für den Leser klingen solche Inhalte auf­ge­bläht, ela­bo­riert, künstlich oder noch schlimmer: Man versteht den Text nicht. Und das ist das Ende der Leser-Schreiber-Beziehung.

To-Do für dich

Mache deine Tastatur nicht zur Schwulst-Waffe. Sondern bleibe. Einfach. Du.

Überprüfe deine Texte:

  • Sind die Sätze auf Anhieb ver­ständ­lich? Wenn du selbst zweimal lesen musst, ist das ein schlechtes Zeichen.
  • Hast du den Inhalt selbst voll­ständig ver­standen und könntest ihn auch in anderen Worten for­mu­lieren?

8. Schreibe in einfacher Sprache

Die Kunst von guten Inhalten ist, kom­pli­zierte Sach­ver­halte in eine einfache Sprache zu über­setzen. Und nicht: leicht Sach­ver­halte in kom­pli­zierte Sprache.

Als Autor ist es also unsere Aufgabe, die Inhalte für den Leser zugäng­lich zu machen.

To-Do für dich

  • Mach kurze Sätze, wenn der Sach­ver­halt kom­pli­ziert ist: ein Satz = eine Infor­ma­tion.
  • Setze Fach­be­griffe in kleinen Portionen ein

9. Definiere eine Kern­aus­sage

Zu viele Suppen verderben den Brei oder so.

Wenn du zu viele super-duper-wichtige Haupt­aus­sagen hast, mach mehrere Artikel draus. Sonst läufst du Gefahr, dass deine Inhalte in Kon­kur­renz zuein­ander stehen. Das lässt sich vermeiden durch die Defi­ni­tion einer Kernthese – die braucht wirklich jeder Text und auch jedes andere Content-Format. Im Jour­na­lismus wird dafür die Methode Küchen­zuruf ange­wendet.

To-Do für dich

  • Definiere für jeden Artikel genau eine Kernthese
  • Wenn du mehrere Kern­thesen hast: Mach mehrere Artikel draus

10. Erstelle inhalt­liche Cluster

Mit einem The­men­cluster kannst du Themen-Ideen für deinen Text sammeln. So geht’s:

To-Do für dich

  • Schreibe ein Stichwort deines Artikels auf die Mitte des Blatts
  • Notiere weitere relevante Begriffe, die dir zu diesem Thema einfallen und schreibe sie drum herum auf
  • Verbinde die ver­schie­denen Begriffe mit­ein­ander – welche Teil­as­pekte bedingen sich gegen­seitig?
  • Aus den Ver­bin­dungen kannst du deinen Text­aufbau ableiten: Daraus entstehen sinnvolle Über­lei­tungen zwischen deinen Text­ab­schnitten.

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11. Finde dein Allein­stel­lungs­merkmal

Leser haben die Wahl zwischen einer riesigen Masse an Inhalten.

Als Autoren müssen wir also im Gedächtnis unserer Ziel­gruppe bleiben – indem wir uns von unserem Wett­be­werb unter­scheiden. Am besten schreibst du also anders als der Rest der Autoren­welt. Mach dein eigenes Ding.

To-Do für dich

Schau dir an, wie dein Wett­be­werber schreibt. Überlege dir, was dich unter­scheidet:

  • im Schreib­stil
  • in deiner Meinung
  • mit deinem Blick­winkel und deiner Erfahrung

12. Lese und recher­chiere

Lesen ist eines der effek­tivsten Mittel, um bessere Inhalte zu schreiben. Weil man mehr Fach­wissen bekommt, kom­ple­xere Zusam­men­hänge versteht und inspi­riert wird.

Das passt auch zur folgenden Jour­na­listen-Faust­formel: Um einen Satz zu schreiben, muss man drei gelesen haben.

To-Do für dich

Wenn du einen Artikel schreibst, lies unter­schied­liche Artikel zum selben Thema. Mach dir Notizen, zitiere andere Autoren und recher­chiere in ver­schie­denen Medien (Text, Video, Audio…).

13. Nutze Synonyme

Nutze Synonyme, um deinen Text lebendig zu machen. Immer nur einen Begriff zu kopieren, macht den Leser müde (und ist für SEO kon­tra­pro­duktiv). Trotzdem sollten es aber nicht zu viele unter­schied­liche Begriffe sein – zu viele Varianten wirken ver­wir­rend.

To-Do für dich

  • Überlege dir bei der Wahl deines Synonyms, ob es eindeutig ist – sodass der User nicht darüber stolpert.
  • Verzichte auf Synonyme, wenn es für eine Sache nur einen ver­nünf­tigen Begriff gibt. Beispiel: Lass den „Elefant“ Elefant sein – und streich den Dick­häuter aus deinem Text.

14. Schreibe in Metaphern

Metaphern über­setzen einen Sach­ver­halt in ein Bild. Damit wird deine Aussage ver­ständ­li­cher – und emo­tio­naler.

Eine gute Metapher über­rascht deinen Leser, weil er sie zum ersten Mal liest. Vermeide Floskeln, die wir alle schon hun­dert­fach gelesen haben („der Tropfen auf den heißen Stein“).

Eine gute Metapher über­rascht deinen Leser – weil er sie bei dir zum ersten Mal liest. Eine schlechte Metapher ist eine, die wir schon hun­dert­fach gelesen haben. Der „Tropfen auf dem heißen Stein“ spricht nur eine Emotion beim Leser an: Lan­ge­weile.

To-Do für dich

Überlege dir deine eigenen Metaphern. Zum Beispiel, indem du einen Vergleich zwischen zwei ver­schie­denen Dingen ziehst oder bestehende Floskeln und Metaphern indi­vi­dua­li­sierst.

15. Hin­ter­lasse einen guten ersten Eindruck

Der erste Eindruck zählt: Aus User-Sicht sind die ersten Sätze ein Ver­spre­chen an den gesamten Inhalt eines Artikels.

To-Do für dich

Dein Leser will keine Zeit verlieren: Stell die wesent­liche Info deines Texts an den Anfang. Vermeide zu all­ge­meine Aussagen, the­ma­ti­sche Bögen und Floskeln. Steig direkt in das Thema ein!

Fazit

 

Kreative Texte kann jeder verfassen: Mit dem richtigen Handwerk, etwas Übung und einem guten Willen. Dein Einsatz lohnt sich, denn gute Inhalte sind ein wichtiger Aspekt von (Online-)Marketing.

Maike Burk
Gründerin, Online-Jour­­na­­listin, SEO-Expertin

Maike liebt Content, der für den Menschen erstellt wird – und bei Google gefunden wird. Als Gründerin von Satz­ge­stalt sieht sie ihre Mission darin, SEO-Texte anspruchs­voll zu gestalten. // Erfahre mehr über das Team und Satz­ge­stalt. Folge uns auf Instagram, Facebook und Linkedin.

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