Soll ich meine Website zweisprachig oder mehrsprachig aufbauen?
Viele Selbstständige und Unternehmer:innen stehen irgendwann vor der Frage, zum Beispiel wenn sie internationale Kund:innen erreichen möchten.
In diesem Artikel erkläre ich dir, wann eine mehrsprachige Website Sinn macht, worauf du bei SEO und der Übersetzung achten solltest – und wie du eine mehrsprachige Website technisch richtig umsetzt.
Inhalte
Fakten für Eilige
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Eine mehrsprachige Website kann die Reichweite über Google erhöhen – sie erhöht aber auch den Aufwand von SEO und sollte einer gut überlegten Strategie folgen
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Starte mit einer Ausgangssprache, teste deinen Markt und deine Keywords, bevor du deine Inhalte auf eine andere Sprache übersetzt
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Die Inhalte deiner Website müssen zur Zielgruppe im jeweiligen Sprachraum passen
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CMS-Systeme wie Wordpress, Wix, Jimdo und Squarespace bieten technische Lösungen, aber mit Einschränkungen
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Technisch wichtig ist der hreflang tag, sodass Google die Sprach-Varianten voneinander unterscheiden kann
Wann lohnt sich eine mehrsprachige Website?
Die Entscheidung für eine mehrsprachige Website ist zunächst mal eine unternehmerische Frage – und natürlich auch eine Frage deiner Reichweiten-Ziele.
Wenn du deine Website auf zwei oder mehr Sprachen betreibst, kannst du deinen Traffic erhöhen. Du erhöhst aber auch den Aufwand für deine SEO: Der Umfang deiner Content-Erstellung, Auswertung, Optimierung, Wartung usw. wird größer.
Darum sollte vorab die Frage beantwortet werden: Ist das unternehmerisch gerade relevant für mich?
Eine zweisprachige Website lohnt sich, wenn du…
… bereits Kund:innen in deiner primären Sprache oder an deinem primären Markt gewinnst
… deine Zielgruppe schon gut kennst und den Markt im Zielland wirklich verstehst
… bereits gut mit der bestehenden Seite rankst bzw. deine Ziele mit der Website erreichst
… die Ressourcen hast, deine SEO-Bemühungen zu verdoppeln
… die Sprache des Zielmarkts einwandfrei beherrschst
KI-Kompass
Viele Pagebuilder und Content Management Systeme werben damit, dass du mit KI deine Website in wenigen Minuten in eine zweite Sprache übersetzen kannst, inklusive Suchmaschinenoptimierung.
Doch zu SEO gehört deutlich mehr als eine einfache KI-Übersetzung. Entscheidend ist, dass deine Inhalte am Zielmarkt wahrgenommen und von Menschen angenommen werden. Dafür braucht es Erfahrung mit deiner Zielgruppe und eine durchdachte SEO-Strategie.
Fragen, die du vorab klären solltest
1. Funktioniert mein Business in der primären Sprache?
Gewinne ich mit meinem Angebot (genügend) Kund:innen? Kenne ich meine Zielgruppe für diesen Markt gut genug, um meine Erfahrungen auf eine weitere Sprache und einen vielleicht etwas anders tickenden Markt übertragen zu können?
2. Funktioniert meine Website in der primären Sprache?
Erreiche ich mit meiner bestehenden (zum Beispiel deutschen) Website bereits Menschen? Rankt und konvertiert die Seite, sodass ich meinen Fokus auf die zweite Variante legen kann?
Merke: Wenn deine Seite überhaupt nicht funktioniert, dann steckst du bei einer Übersetzung Zeit in die Skalierung deiner Probleme – nicht in deren Lösung.
Vor einer Übersetzung sollte deine Website also performen: Ranken, sodass dich potenzielle Kund:innen finden – und konvertieren, sodass diese Menschen beispielsweise Kontakt mit dir aufnehmen.
Nach Land oder Sprache ausrichten?
Die Frage ist auch: Möchtest du deine Website beispielsweise einfach zusätzlich auf Englisch anbieten – für internationale Leser:innen?
Oder möchtest du deine Website auf ein zweites Zielland ausrichten, wie zum Beispiel England?
Hier ein paar Beispiele, wie das in der Praxis aussehen kann:
Website auf mehreren Sprachen
Meine Kundin Anika arbeitet mit deutschen Kund:innen, sie lebt aber auf Bali. Dort gibt es viele Expats: Eine internationale Gemeinschaft von Auswanderern, die verschiedene Sprachen sprechen.
In Anikas Fall geht es also um die Übersetzung ihrer Website ins Englische, sodass sie ihre Website an internationale Kontakte weitergeben kann. Wichtig dabei: Indonesien ist nicht das Zielland, in dem sie ranken möchte.
In eine andere Sprache (ohne Zielland) übersetzt du deine Website also, wenn deine Leistung ortsunabhängig ist, wenn du online arbeitest.
Website für mehrere Zielländer
Eine Freundin von mir ist halb Deutsche, halb Spanierin – und sie hat eine Zeit lang als virtuelle Assistentin gearbeitet. Sie ist Muttersprachlerin in Deutsch und Spanisch, kennt beide Kulturen gut – und hatte entsprechend eine spanische und eine deutsche Website für beide Zielgruppen.
Nach Land und Sprache richtest du deine Website also aus, wenn du gezielt in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Sprachen sichtbar werden möchtest.
Mehrere Länder mit gleicher Sprache
Meine eigene Website ist auf Deutsch und ich lebe in Deutschland. Ich erreiche Leser:innen und gewinne Kund:innen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.
Mit einer Website in einer Sprache kannst du also auch in anderen Ländern ranken – solange dort dieselbe Sprache gesprochen wird.
Ausrichtung auf eine internationale Zielgruppe
Einer meiner Kunden war ein Coworking-Space in Lissabon. Die Website ist auf Portugiesisch und auf Englisch verfügbar, da beide Zielgruppen für den Anbieter relevant sind: Lokale wie internationale Unternehmen.
Auf Englisch wird deutlich öfter nach Coworking in Lissabon gesucht als auf Portugiesisch. Sehr wahrscheinlich, weil die portugiesische Zielgruppe auf englisch sucht oder weil die Nachfrage der internationalen Zielgruppe höher ist.
SEO für mehrsprachige Websites
Wir schauen uns die wichtigsten SEO-Aspekte von zwei- oder mehrsprachigen Websites an:
1. Nutzerführung
Nutzer:innen können direkt über Google auf der passenden Sprachversion landen – oder sie wechseln die Sprache aktiv über ein Sprachmenü auf deiner Website. Wie zum Beispiel hier bei Airbnb oder Amazon:
Dieses Menü befindet sich meist im Header und erlaubt es, mit einem Klick zwischen den Sprachvarianten zu wechseln. Idealerweise gelangen Besucher:innen dabei direkt auf die entsprechende Seite in der anderen Sprache.
Wichtig ist, dass deine Besucher:innen verstehen, in welcher Sprachversion sie sich befinden – und unkompliziert wechseln können, wenn sie möchten.
2. Die richtige Domain-Auswahl
Deine Website hat eine Adresse im Internet: domainname.de sagt Google und Nutzer:innen zum Beispiel, dass es sich um eine deutschsprachige Website handelt.
Domains wie .de / .at / .ch / .pt sind länderspezifisch: Sie zeigen Google und deinen Besucher:innen an, dass du mit deinem Unternehmen in diesem Land sitzt und dort ranken willst.
Domains wie .com sind generisch: Sie sind keinem Land zugeordnet und darum nicht so gut für lokale SEO geeignet. Für internationale Suchmaschinenoptimierung können sie jedoch die richtige Wahl sein.
Jetzt müssen wir deiner zweiten Sprachvariante sozusagen auch ein Zuhause geben – und deine Website strukturell umsetzen. Dafür hast du folgende Möglichkeiten:
ccTLD
Eine Möglichkeit ist, für jedes Zielland eine eigene Länderdomain zu erstellen wie zum Beispiel:
domain.de → domain.es
In diesem Fall betreibst du zwei eigenständige Domains mit klarem Länderbezug. Eine .de-Domain signalisiert Google und deinen Besucher:innen: Dieses Angebot richtet sich primär an Deutschland. Eine .es-Domain entsprechend an Spanien.
Vorteil: Die Länderdomains haben einen geografischen Bezug – für ein lokales Ranking in einem bestimmten Land kann das ein klarer Pluspunkt sein, weil Google die Domain diesem Markt zuordnet.
Nachteil: Technisch und strategisch handelt es sich um zwei unabhängige Websites. Das bedeutet: Du baust für jede Domain separat Sichtbarkeit, Vertrauen und Domain-Autorität auf.
Bestehende SEO-Erfolge übertragen sich also nicht automatisch von der einen auf die andere Domain.
Unterverzeichnisse
Wenn du nur eine Domain nutzen und hosten möchtest, kannst du mit Unterverzeichnissen arbeiten:
Das bedeutet: Deine Website bleibt unter derselben Hauptdomain erreichbar, bekommt aber pro Sprache oder Land einen eigenen „Ordner“.
Menschen, die in eine andere Sprach- oder Länderversion wechseln, landen dann im entsprechenden Unterverzeichnis – also zum Beispiel von domain.com/de auf domain.com/pt
Vorteil: Diese Variante ist technisch leicht umsetzbar, weil alles auf einer Domain läuft. Außerdem profitierst du von der bestehenden Domain-Autorität – also der bisherigen „SEO-Stärke“ deiner Website.
Nachteil: Eine .com-Domain hat keinen klaren Länderbezug. Google erkennt also nicht automatisch, für welches Land deine Seite gedacht ist. Das kann im lokalen Ranking ein kleiner Nachteil sein – besonders dann, wenn du gezielt in einem bestimmten Land sichtbar werden möchtest.
Subdomain
Technisch sehr einfach und günstig sind Subdomains:
domain.com → de.domain.com
In diesem Fall bleibt die Hauptdomain bestehen, aber jede Sprach- oder Länderversion erhält eine eigene Subdomain.
Technisch gesehen sind Subdomains eigenständige Bereiche innerhalb derselben Domain.
Vorteil: Die Einrichtung ist unkompliziert und in der Regel kostengünstig.
Nachteil: Aus SEO-Sicht behandelt Google Subdomains wie eigenständige Websites. Auch wenn sie technisch unter derselben Hauptdomain laufen, sind es zwei Domains mit getrennten Bewertungssignalen. Die vorhandene Domain-Autorität überträgt sich nicht automatisch – Sichtbarkeit, Vertrauen und Rankings müssen sich auf der Subdomain neu aufbauen.
Zudem hat eine Subdomain keinen klaren Länderbezug. Für lokal ausgerichtete Märkte kann das ein Nachteil sein.
Kurz gesagt: Subdomains wirken auf den ersten Blick unkompliziert – im Hintergrund arbeitest du jedoch mit zwei getrennten Domains und zwei separaten SEO-Ansätzen.
3. hreflang tag
Sobald deine Website in mehreren Sprachen oder Ländern verfügbar ist, brauchst du ein technisches Signal für Google: Welche Seiten gehören zu welcher Suche in welchem Land / welcher Sprache?
Genau das übernimmt der hreflang-Tag.
Er teilt Suchmaschinen mit, dass es sich bei bestimmten URLs um Sprach- oder Ländervarianten derselben Inhalte handelt. So wird verhindert, dass Google die Seiten als Duplicate Content bewertet – und Nutzer:innen bekommen in den Suchergebnissen die passende Sprachversion ausgespielt.
Google erkennt dadurch: Das ist die deutsche Seite. Das ist die englische Seite usw.
Der hreflang-Tag funktioniert sowohl für verschiedene Sprachen als auch für unterschiedliche Länder innerhalb derselben Sprache.
4. Keywords
Zu SEO gehören natürlich wie immer auch Keywords. Schauen wir uns die Details an:
- Wenn du für deine deutschsprachige Seite ranken möchtest, benötigst du dafür eine Keyword-Recherche.
Dasselbe gilt für alle anderen Märkte und Varianten deiner Website: Da Menschen in verschiedenen Zielländern unterschiedlich suchen, benötigst du für jede Land-/Sprachkombination eine Keyword-Recherche.
So findest du heraus, welche bestehenden Inhalte du übersetzen solltest, welche nicht – und für welche Keywords du ggf. neue Inhalte erstellen solltest.
Tool-Tipp zur Analyse von Mitbewerber-Seiten: Mit den Tools Ahrefs (SEO) oder Semrush (SEO, SEA, Marketing) kannst du analysieren, für welche Keywords andere Seiten ranken oder optimieren – anstatt selbst vielleicht falsch zu übersetzen oder an deinem Markt vorbei zu kommunizieren.
- Keywords werden auf zweisprachigen Websites nicht einfach übersetzt, weil sie zum Beispiel im Zielland anders konnotiert sein können. Das heißt, sie haben vielleicht eine andere Bedeutung:
„Consulting“ wird in Deutschland im unternehmerischen Kontext verwendet – zu Themen wie Führung, Strategie, Organisationen.
In England verwendet man den Begriff „Consulting“ im medizinischen Bereich, also wenn Menschen einen Arzt aufsuchen.
Also: Don’t get lost in translation!
Mein Tipp: Arbeite mit einer Person, die Muttersprachler in deiner Zielsprache ist. Auch wenn du selbst gut Englisch, Spanisch, Russisch oder eben die Sprache deines Zielmarkts kannst – in vielen Fällen reicht das nicht aus, um die richtigen Begriffe für passende Keywords zu finden und den Ton von Muttersprachlern zu treffen.
- Wenn du dich schon mit SEO beschäftigt hast, dann weißt du: Wir optimieren nicht einfach auf ein Keyword – sondern auf die Suchintention dahinter.
Diese musst du wie immer natürlich auch bei einer mehrsprachigen Variante deiner Website beachten, um Ranking-Chancen zu haben.
5. Conversions
Zu SEO gehören ein stückweit auch Conversions: Du willst gefunden werden, damit Besucher:innen danach eine bestimmte Handlung auf deiner Website durchführen.
Das ist ein super wichtiger Aspekt von mehrsprachigen Websites: Denn verschiedene Zielländer oder eine internationale Zielgruppe bringen sehr wahrscheinlich auch neue Aspekte / Herausforderungen hinsichtlich der Vermarktung deiner Angebote.
Bei Onlineshops kann das zum Beispiel bedeuten, dass du mit anderen Bezahlanbietern arbeiten musst – die eben im Zielland gängig sind.
Zu den kulturellen Unterschieden: Die Schweizer sind dafür bekannt, dass sie Produkte aus dem eigenen Land kaufen. Einer amerikanischen Zielgruppe verkaufst du mit sanften und leisen Werbebotschaften vielleicht nicht so gut deine Angebote, wie einer Deutschen. Und in Japan wird die Nachfrage nach einem Lieferdatum vielleicht schon als aufdringlich empfunden.
Richtig übersetzen
Wie schon beim Thema Keywords angeschnitten:
Einfach mal schnell mit dem Schulenglisch oder einer KI deine Website-Texte zu übersetzen, wird dir keine Standing Ovations von Muttersprachlern bringen.
Und damit, sehr wahrscheinlich, auch keine Kund:innen.
Aus meiner Erfahrung als Journalistin kann ich berichten: Beim Übersetzen überschätzen sich viele. „Ich kann gut Englisch, ich kann gut Spanisch…“, aber das bedeutet nicht, dass du es so gut kannst, dass du
- Muttersprachler mit deinen Texten überzeugst
- Fachspezifische Begriffe kennst und richtig übersetzt
- Die richtigen Keywords findest
- Die Zielgruppe am anderen Zielmarkt richtig einschätzt
Beispiel: Eine ehemalige Kollegin von mir (Deutsche Muttersprachlerin) hat als Journalistin in England gearbeitet und war mit einem Iren verheiratet. Sie hat in meinen deutschen Ohren wunderschönes, perfekt ausgedrücktes und akzentfreies Englisch gesprochen. Und trotzdem hat ihr Mann ihre englischen Texte korrigiert und immer wieder auf Stellen hingewiesen, die für ihn nicht natürlich geklungen haben.
Beispiele für sprachliche Stolpersteine
Hier ein paar Beispiele, die das Thema Übersetzung ganz gut einordnen:
See you later heißt nicht, dass wir uns später sehen – sondern bedeutet: bis bald. Das wurde sogar in einem berühmten Strafprozess falsch übersetzt und hatte Folgen für die angeklagte Person.
Trafico klingt wie traffic = Verkehr, bedeutet in manchen spanischsprachigen Ländern aber etwas mit gewissen Substanzen…
Wir müssen nicht mal von Deutsch nach Englisch denken: Selbst zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Begriffe, die unterschiedlich verwendet werden.
Angreifen ist in Österreich keine Attacke, sondern bedeutet anfassen.
Angeben ist in der Schweiz nicht unbedingt eine Art zu prahlen, sondern wird auch verwendet für loslegen oder starten.
Und dann gibt es natürlich noch branchen-spezifische Sprache, die sich manchmal von der Zielgruppen-Sprache unterscheidet wie zum Beispiel „moderne Architektur“.
Das sind nicht die neuen Gebäude, die du in deiner Nachbarschaft und in der Zeitung siehst – sondern die Moderne ist eine Epoche zwischen 1900-1930. Was viele als „modern“ bezeichnen, ist umgekehrt richtigerweise zeitgenössische Architektur.
Auf Englisch übrigens auch nicht „modern“, sondern „contemporary“.
Achtung: Andere Suchmaschine?
Wenn du deine Website auf einen anderen Markt ausrichtest, solltest du prüfen, welche Suchmaschine dort dominiert.
In Deutschland, Österreich oder der Schweiz optimierst du automatisch für Google – und indirekt oft auch für Bing und andere, kleiner Suchmaschinen.
In anderen Ländern sieht das eventuell anders aus:
- In Tschechien ist Seznam relevant
- In Russland spielt Yandex eine große Rolle
- In China ist Baidu führend – Google ist dort kaum präsent
Diese Suchmaschinen funktionieren teilweise anders als Google: Ranking-Faktoren, Crawling-Logik und technische Anforderungen können sich unterscheiden. Wer also gezielt in solchen Märkten sichtbar werden möchte, optimiert nicht einfach nur „wie immer für Google“, sondern sollte sich mit den jeweiligen Systemen beschäftigen.
Mehrsprachige Website mit deinem CMS
Falls du nicht selbst am Code deiner Website arbeiten willst, bieten die gängigen Content-Management-Systeme wie Wordpress, Wix, Jimdo oder Squarespace Lösungen an.
Spoiler: Diese Systeme sind oft einfach anzuwenden – haben aber technisch gesehen und was die Flexibilität angeht auch Nachteile.
Bei jedem System funktioniert das Erstellen einer mehrsprachigen Website unterschiedlich, hier ein Überblick:
- Wordpress ist wahrscheinlich das flexibelste System – dafür musst du aber auch selbst recherchieren, wie du eine mehrsprachige Website technisch umsetzt. Eine Möglichkeit sind Plugins wie Polylang, WPML, Translate Press, mit denen du Sprachvarianten deiner Website-Inhalte erstellen kannst.
- Wix bietet eine integrierte Multilingual-Funktion an, hier findest du eine Anleitung
- Im System von Jimdo kannst du Sprachvarianten beim Erstellen der Seiten auswählen.
- Bei Squarespace kommt es auf die Variante an, die du nutzt. Es gibt eine manuelle Einrichtung oder eine integrierte Funktion.
Hinweis: Falls du ein anderes System nutzt, gib bei Google ein: Name des CMS + mehrsprachige Website. Alternativ kannst du den Support deines Anbieters kontaktieren oder bei Youtube nach Tutorials schauen.
Mehrsprachige Website mit KI: So einfach, wie es klingt…?
Viele Website-Baukästen werben damit, dass du mit wenigen Klicks eine mehrsprachige Website erstellen und „global Kund:innen erreichen“ kannst.
Technisch stimmt das: Du kannst Seiten duplizieren, eine neue Sprache aktivieren und ein Sprachmenü einblenden, über das Nutzer:innen zur anderen Sprach-Variante auf deiner Website wechseln können.
Aber das ist nur ein Bruchteil der Arbeit, wenn du über mehrere Länder und Märkte hinaus Kund:innen gewinnen möchtest.
Eine fertige mehrsprachige Website bedeutet nicht automatisch internationale Sichtbarkeit, wie die Anbieter:innen so gerne versprechen. Denn Sichtbarkeit und Kundengewinnung entsteht nicht durch einen Sprach-Button und eine KI-Übersetzung – sondern durch eine eigene Keyword-Recherche pro Markt, passende Inhalte für die jeweilige Zielgruppe, länderspezifische SEO, eine kulturell angepasste Ansprache und die kontinuierliche Auswertung und Wartung aller Sprachversionen.
Fazit
Eine zweisprachige Website ist vor allem eine unternehmerische Entscheidung und macht Sinn, wenn du von einem bestehenden und funktionierenden Markt aus neue Märkte erschließen möchtest.
Wenn du dich gerade selbstständig machst – und noch keine Kund:innen in Deutschland oder deinem primären Markt hast, bedeutet eine zweisprachige Website sehr viel Aufwand ohne Garantie, dass es dich unternehmerisch oder reichweitentechnisch weiterbringt.
Wenn du deine Zielmärkte gut kennst, SEO mit einem guten Menschenverstand angehst – dann kannst du mit mehrsprachigen Websites den nächsten SEO-Schritt machen.
In den meisten Fällen macht es keinen Sinn, direkt zu Beginn einer Selbstständigkeit oder einer Gründung eine mehrsprachige Website zu erstellen.
Ehrlich gesprochen: Die erste Variante einer Website geht meistens an der Zielgruppe vorbei – und man lernt die passende und zielführende Ansprache erst mit der Zeit. Das sehe ich bei großen Unternehmen genauso wie bei Solo-Selbstständigen.
Zu einer erfolgreichen internationalen SEO-Strategie gehört also auch ein bisschen Erfahrung. Wenn es am primären Markt gut klappt, kann eine Skalierung sinnvoll sein.
Eine eigene Keyword-Recherche je Zielland und -Sprache ist empfehlenswert, da Menschen je nach Land und Sprache unterschiedlich suchen.
Eine bloße Übersetzung deiner bestehenden Keywords reicht in der Regel nicht aus. Dabei geht es darum, die Begriffe zu finden und auch um wichtige Werte wie das Suchvolumen.
Eine mehrsprachige Website bedeutet nicht, dass jede einzelne Unterseite eine Übersetzung braucht.
Du kannst die Seiten übersetzen, die strategisch relevant sind: Angebote, wichtige Blogartikel usw.
Inhalte ohne Suchvolumen oder ohne Relevanz im Zielmarkt musst du nicht zwangsläufig übertragen.
Für eine professionelle, bei Google rankende und konvertierende Website reicht eine reine KI-Übersetzung nicht aus. SEO, Tonalität, kulturelle Unterschiede und Keywords im Zielmarkt müssen geprüft werden – idealerweise mit Muttersprachler:innen oder SEO-Tools.
Für deine zwei- oder mehrsprachige Website brauchst du Technik und Content: Die Technik sorgt dafür, dass Google deine Sprachversionen richtig zuordnet. Inhalte sorgen dafür, dass Menschen deine Inhalte finden und auf deiner Website interagieren.