Google Leak: Diese Rankingfaktoren sind neu (2024)

Maike Burk 1 Juli 2024

Fakten für Eilige

  • Das Dokument stammt offiziell von Google und beinhaltet 14.000 Rankingafktoren

  • Domain-Autorität, Klickverhalten und Nutzersignale beeinflussen das Ranking

  • Der Domainname ist kein starker Rankingfaktor mehr

  • Neue Inhalte landen zunächst in einer „Sandbox“ und brauchen Zeit

  • Inhalte müssen aufwändig und relevant sein – auch aus Nutzersicht

Was ist der Google Leak?

Im März 2024 wurden interne Dokumente von Google veröffentlicht, die Einblicke in die Bewertungsmechanismen von Google geben. Daraus können wir ableiten, welche Faktoren für Rankings wichtig sind, die wir zuvor nicht kannten oder die beispielsweise von Google dementiert wurden.

Spoiler: Dazu gehören beispielsweise die sogenannten Nutzersignale – was mich sehr freut, da der Fokus meiner Arbeit schon seit 2013 darauf liegt.

Ursprünglich war das Dokument aber nicht für die Öffentlichkeit gedacht: Es kam versehentlich raus, indem ein Bot die Daten in der Google Search Warehouse API hochgeladen hatte – der bekannte SEO-Experte Rand Fishkin wertete die Daten aus und machte sie öffentlich.

Bei den Dokumenten handelt es sich um über 2.500 Seiten mit über 14.000 Ranking-Faktoren.

Was man aus den Daten nicht lesen kann

Google hat bestätigt, dass es sich bei dem Leak um interne Daten von Google handelt. Wir wissen also, dass die Dokumente echt sind. Aber: Google hat sich nicht zu den Inhalten und ihrer Auslegung geäußert.

Was wir aus diesen Dokumenten und Inhalten jetzt herauslesen, ist also eine Interpretation aus der SEO-Szene. Folgende Aspekte können wir aus dem Google-Leak nicht oder teilweise nicht ableiten:

  • Wie wichtig der jeweilige Rankingfaktor ist
  • Ob der Rankingfaktor zum jetzigen Zeitpunkt noch von Google genutzt wird oder vielleicht in der Vergangenheit genutzt wurde

Außerdem werden Datenbanken und Tools erwähnt, die unbekannt sind oder auf das Intranet von Google verweisen. Obwohl wir also Einblicke in unauthorisierte Dokumente erhalten haben, können wir Google nicht zu 100 Prozent in die Karten schauen.

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9 (neue) Rankingfaktoren, die aus dem Google-Leak hervorgehen

In den Google-Dokumenten werden um die 14.000 Rankingfaktoren genannt. Hier kommen die wichtigsten, die du als Selbstständige:r oder Unternehmer:in für deine Website umsetzen kannst, damit du auf dem aktuellsten Stand bei SEO bist:

1. Domainname ist weniger wichtig

Früher haben wir in den Suchergebnissen oft Websites mit sogenannten Keyword-Domains weit oben gefunden: Wie „Haus-bauen.de“ oder „SEO.de“ – Domains also, bei denen der Name schon das wichtigste Keyword für diese Branche enthält.

Dass diese Seiten bevorzugt oben ranken, hat nach nach meiner Beobachtung schon seit Jahren nachgelassen – und aus dem Google-Dokument kann man rauslesen, dass Google diesen Ranking-Vorteil bewusst abgeschwächt hat.

Keywords in Domains nicht mehr zu bevorzugen ist aus meiner Sicht ein logischer Schritt: Denn diese Domainnamen sind meistens schnell vergeben – und ein Keyword bedeutet ja nicht, dass das Unternehmen fachlich stärker ist, besseren Content erstellt oder einen guten Kunden-Support hat.

Vorteil für dich: Du kannst auch mit einem Domainnamen ranken, der nicht das Keyword enthält.

2. Zeit ist ein Ranking-Faktor

SEO ist ein langfristiger Marketing-Kanal und nichts, was man mal eben schnell aus dem Hut zieht – das kommunizieren wir SEOs ja schon immer.

Aus dem Google-Dokument können wir ableiten, dass das Thema Zeit ein Faktor ist, der in das Ranking bei Google mit einfließt: Es stimmt also, dass Websites einen gewissen „Trust“ = Vertrauen aufbauen müssen, um gute Ranking-Ergebnisse zu erzielen.

Rückschluss: Ich würde daraus ableiten, dass wir uns mit hochwertigem Content positionieren müssen. Und ein etwas schleppendes Ranking-Ergebnis, das 4–12 Monate dauert, noch kein Grund zur Panik ist. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen.

3. Klickdaten werden ausgewertet

Lange war es in der SEO-Szene ein offenes Geheimnis oder sogar eher verpönt, jetzt kann man es wohl nicht mehr bestreiten: Google wertet die Klickdaten in den Suchergebnissen aus.

Das heißt, wenn zum Beispiel verhältnismäßig viele User:innen auf einen bestimmten Beitrag in den Suchergebnissen klicken, kann das Ranking dieser Seite steigen.

Ich persönlich finde das wenig überraschend, obwohl Google diesen Aspekt in der Vergangenheit schon dementiert hatte. Manchmal gibt es dafür auch gute Gründe dafür, dass Google solche Informationen zurückhält. Zum Beispiel, weil dann plötzlich alle auf die Idee kommen, Klicks zu kaufen. Und genau darum soll es ja nicht gehen, denn Google will vor allem zufriedene Nutzer:innen.

Neu ist die Info, dass es sogenannte „good clicks“ gibt. Vermutung: Dabei geht es um Klicks von der passenden Zielgruppe – also von Menschen, die nach dem Klick auch mit der Seite interagieren oder vielleicht auch später wieder auf die Seite zurück kommen.

In diesem Zusammenhang wird auch ausgewertet, wann die Seite das letzte Mal einen guten Klick erhalten hat.

azit: Google stellt anhand von Klicks fest, ob das Thema für die Zielgruppe relevant ist. Und dann aber auch, ob es zum aktuellen Zeitpunkt immer noch relevant ist.

Für dein Vorgehen bedeutet das:

  1. Erstelle Content immer basierend auf einer Keyword-Recherche, damit du passende Inhalte für deine Zielgruppe erstellst und Chancen auf „good“ Klicks erhöhst
  2. Langfristige Klicks bringt Evergreen Content: Das sind Inhalte, die dauerhaft relevant für deine Zielgruppe sind und über Jahre gesucht werden

Wie stark werden Nutzersignale wirklich bewertet?

Falls dich das Thema interessiert, hier ein Deepdive: Lange hat Google den Einfluss von Nutzersignalen offiziell bestritten oder stark relativiert. Im Leak finden sich nun hunderte Variablen, die das Gegenteil zeigen – und das mit bemerkenswerter Genauigkeit.

Der Begriff „User Signals“ selbst taucht zwar nicht als Kategorie auf, aber diese Variablen von Nutzersignalen finden sich quer durch das Dokument:

VariableBedeutung
lastLongestClickLetzter Klick mit längster Verweildauer
goodClicksPositive Klicks mit Interaktion
badClicksSchnelle Rücksprünge zur Suche
clicksFromSearchKlicks direkt aus Suchergebnissen
lastGoodClickTimeZeitstempel des letzten positiven Klicks
dwellTimeScoreBewertete Verweildauer
navBoostBewertung, ob User:innen auf der Seite bleibe

Der Google-Leak zeigt, dass Nutzersignale systematisch gemessen, gespeichert und ausgewertet werden. Dazu gehören Klicks, Verweildauer, Rückkehr zur Suche und sogar Zeitstempel letzter positiver Interaktionen.

Persönliche Perspektive: Ich arbeite seit 2013 mit Fokus auf Nutzersignale – und habe oft erlebt, wie unterschätzt und erklärungsbedürftig dieses Thema ist. Der Leak bestätigt, was viele SEO-Profis vermutet haben: Google schaut genau hin, wie Nutzer:innen sich wirklich verhalten. Es freut mich sehr, das jetzt so klar belegen zu können.

4. Traffic kann Rankings verbessern

Was offiziell auch noch nicht so klar war: Wenn du Traffic beispielsweise auf eine bestimmte URL bekommst, kann das Ranking dadurch positiv beeinflusst werden. Beispiel: Jemand mit einer großen Reichweite verlinkt deinen Blogbeitrag.

Tipp: Wenn du einen neuen Blogartikel veröffentlichst, könntest du Meta oder Google Ads darauf schalten oder den Artikel im Newsletter ankündigen – und dadurch dein Ranking anstupsen.

5. Ist KI-Content aufwendig genug?

Google stuft ein, wie aufwendig deine Inhalte sind. Es wird also bewertet, ob dein Text eher mal schnell larifari zusammengestellt worden ist – oder ob es sich um einen gut aufbereiteten, recherchierten und sinnvoll zusammengestellten Text handelt.

Das könnte auch bedeuten, dass KI-generierte Texte eher nicht so gut punkten; zumindest falls sie aus Google-Sicht nicht unter „aufwendig“ fallen.

Rückschluss: Natürlich kannst du ChatGPT und andere KI-Tools als Unterstützung für deine Seite nutzen. Es gibt keine Evidenz dafür, dass KI-generierte Texte per se schlechter ranken – schließlich geht es darum, dass deine Leser:innen die passende Antwort auf ihre Suche bei dir finden.

Hier muss man immer abwägen: KI alleine wird dir keine fachlich und vom Schreibstil her guten Texte schreiben. Aber in Kombi mit eigenem Wissen und cleveren Prompts oder GPTs, kann KI die Text-Arbeit enorm erleichtern.

6. Relevanz: Das beste kommt zuerst

Ich lehre meinen Kund:innen seit Jahren zwei wichtige Prinzipien, wenn sie ihren Content erstellen:

  • Der Küchenzuruf: Mach dir im Voraus bewusst, was die Kernaussage deines Blogartikels ist und folge diesem roten Faden.
  • Die umgekehrte Pyramide: Die wichtigsten Infos stehen ganz oben, weil User:innen sonst schneller wieder weg sind, als du versuchen kannst, sie neugierig zu machen.

Genau das ist für Google jetzt auch ein offizielles Ranking-Kriterium. Sag ich doch…

Eine neue Information ist aber: Anscheinend werden längere Beiträge von Google nicht zu Ende eingelesen. Was das genau bedeutet, also ab wie vielen Zeichen – das wissen wir nicht. Also stelle die wichtigsten Infos gleich an den Anfang deiner Seite(n), sodass die wichtigsten Themen direkt abgedeckt sind.

Fazit: Im Endeffekt hat das Team von Google sehr gut verstanden, wie User:innen im Internet agieren und was sie sich wünschen – denn diese Faktoren sind sehr gängige Basics im Journalismus.

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7. Google mag’s aktuell

Google ist auch wichtig, wann du deinen Content verfasst hast.

In der Praxis sieht man allerdings, dass ältere Beiträge gut ranken können – wichtiger scheint also, wie aktuell das Thema für deine Zielgruppe ist. Wenn du über die Fußball-EM berichtest, spielt Aktualität eine viel größere Rolle, als wenn du über Facebook-Werbeanzeigen schreibst (was ja total logisch ist).

Fazit: Es lohnt sich nur, das Aktualisierungs-Datum von deinem Beitrag zu ändern, wenn du auch inhaltlich Aspekte hinzugefügt / aktualisiert / verändert hast. Und das ist genau dann nötig, wenn es auch thematische Änderungen und neues Wissen gibt, sagt mir mein SEO-Menschenverstand.

8. Unterschiedliche Themen, unterschiedlicher Algorithmus

Immer wenn es Algorithmus-Updates gibt, berichtet Sistrix über Schwankungen von bekannteren Domains. Sehr häufig sieht man da Websites aus dem Bereich YMYL- (Your Money Your Life) – das sind zum Beispiel Gesundheits- und Finanz-Themen.

Es ist also schon länger aufgefallen, dass diese Themen besonders betroffen sind – und nun kann man sehen, dass bei YMYL-Themen Algorithmen anders wirken als bei anderen Themen.

Deswegen sage ich schon immer: Mach Bilder-SEO, wenn du ein visuelles Thema hast. Kümmere dich um lokale Suchmaschinenoptimierung, wenn du in deiner Stadt gefunden werden möchtest und mit deinem Business einen Offline-Bezug hast usw.

9. Sandbox: Neue Inhalte werden ausgebremst

Von der sogenannten „Sandbox“ habe ich ehrlicherweise jetzt zum ersten Mal gehört. Dabei handelt es sich um einen Filter, der neue Domains daran hindern soll, sofort in den Rankings nach oben zu steigen.

Sozusagen eine Vorsichtsmaßnahme, sodass Spam-Inhalte nicht mal eben schnell „nach oben manipuliert“ werden können.

Anscheinend hat Google diese „Sandbox“ in der Vergangenheit dementiert, wobei ich ihre Existenz echt sehr logisch finde – vor allem im Zusammenspiel mit dem Faktor Zeit, der ja oben schon genannt worden ist.

Fazit: Wir müssen unsere Sache schon ernst nehmen und richtig machen – Google geht gegen Spam vor und am Ende ist deine Zeit viel besser investiert, wenn du echten Mehrwert für deine Zielgruppe anbietest.

Fazit

Ich finde es immer wieder schön zu sehen, wie logisch und nutzerorientiert der Google-Algorithmus funktioniert. Und der Google-Leak bestätigt mal wieder: Im Fokus stehen zufriedene Nutzer:innen.

Das wissen wir im Prinzip ja schon seit Jahr(zehnt)en: Richte deinen Fokus auf die Menschen, die du erreichen möchtest. Das ist das banale Fazit, was man auch mit den neuesten Kenntnissen über Googles Rankingfaktoren ziehen kann.

Wie kann ich sicherstellen, dass mein Content relevant ist?

Alles beginnt bei deiner Zielgruppe – wenn du verstehst, für wen du deinen Content und dein Angebot erstellst, wirst du viel passenderen Content entwickeln können.

Wie kann ich wissen, dass mein Content als aufwändig genug gilt?

Google sagt natürlich nicht, dass du x Stunden an einem Blogartikel arbeiten musst, sodass er relevant für deine Zielgruppe wird. Relevant ist dein Blogartikel, wenn Menschen aus deiner Zielgruppe ihn lesen und deine Seite wieder besuchen.

So wie wir Google aus den letzten Jahren kennen, wird der Algorithmus sehr genau auswerten, wie Menschen mit deinem Content interagieren – und nicht die Zeit, die du an einem Blogartikel gesessen hast.

Aber: Deine Leser:innen werden spüren, ob es in deinen Texten noch menschelt – oder ob du sie großteils durch einen KI-Bot gejagt hast.

Achte auf: Qualität und Tiefe deiner Recherchen, Struktur und Lesbarkeit deiner Texte, individuelle und einzigartige Perspektiven auf dein Thema, ggf. zusätzliche Medien wie Bilder, Videos, Infografiken…

Wie kann ich Traffic auf meine neuen Seiten bringen?

Nutze die Marketing-Instrumente, die du zur Verfügung hast, zum Beispiel Social Media, Newsletter, Kooperationen, Werbeanzeigen (Facebook / Instagram oder Google Ads).

Sollte ich auf KI-generierten Content verzichten?

Ganz und garnicht. Die Frage muss ja nicht so ultimativ sein – sondern sollte eher lauten: Wie kann ich mit KI arbeiten, sodass ich mir a) Zeit spare und b) meine Texte immernoch für meine potenziellen Kund:innen geschrieben sind, sodass sie dann auch mein Angebot wahrnehmen..?

Welche Tools sind hilfreich, um die (neuen) Rankingfaktoren zu überwachen?

Das bleibt erstmal „beim Alten“: Mit Tools wie Google Analytics, Google Search Console, Ahrefs, Semrush, Ryte, Moz…  kannst du die Performance deiner Website überwachen und optimieren.

Das Gesicht hinter dem Beitrag

Autorin

Maike Burk

Gründerin & CEO von Satzgestalt

Hi, ich bin Maike, deine SEO-Expertin für langfristige Sichtbarkeit und weniger Social-Media-Stress. Ich zeige dir auf meinem Blog, wie du bei Google gefunden wirst – und Wunschkund:innen durch deinen Content überzeugst. Nachhaltig, empathisch und ohne ständiges Posten.

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2 Kommentare

  1. Liebe Maike,
    vielen Dank für diese übersichtliche Zusammenfassung! Ich habe schon einiges über das Google Leak gelesen, aber noch nie so verständlich und anschaulich aufbereitet wie in diesem Artikel.
    Liebe Grüße,
    Eva

    Antworten

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