Der Google-Algorithmus entscheidet in Bruchteilen von Sekunden, welche Seite bei einer Suche ganz oben angezeigt wird. Er ist kein einzelnes Programm, sondern ein Zusammenspiel aus hunderten Ranking-Systemen und Filtern.
Googles Algorithmus ist stabiler als sein Ruf – die größte Veränderung bisher ist künstliche Intelligenz. Hier erfährst du, wie der Google-Algorithmus funktioniert.
Fakten zum Google-Algorithmus
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Google führt rund 4.500 Änderungen pro Jahr durch, das sind etwa zwölf am Tag
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Die meisten Algorithmus-Updates werden nicht angekündigt
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Algorithmus-Updates können sich genauso positiv wie negativ auf Ranking-Ergebnisse auswirken
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KI steckt schon lange im Algorithmus: 2015 Rankbrain, 2019 BERT
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Googles Updates haben das Ziel, die besten Ergebnisse für User:innen anzuzeigen und ihnen die beste Nutzererfahrung zu gewährleisten
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2024 wurde durch den Google Leak ein Stück mehr über die internen Ranking-Systeme öffentlich
Inhalte
Definition: Was ist der Google Algorithmus?
Der Google-Algorithmus ist ein Zusammenspiel aus hunderten Ranking-Systemen, genau genommen aus verschiedenen Algorithmen. Diese entscheiden bei jeder Suchanfrage, welche Seiten in welcher Reihenfolge angezeigt werden.
Googles Algorithmen analysieren Milliarden von Webseiten in Sekundenbruchteilen und sortieren sie nach Relevanz.
Um es mal bildlich zu machen: Stell dir Google vor wie eine gigantische Bibliothek. Nur dass bei Google keine physischen Bücher im Regal stehen, sondern Daten abgelegt sind.
Wenn eine Person in die Bibliothek kommt (also einen Suchbegriff bei Google eingibt), zieht Google Daten aus dem Regal, die zu der Suche passen und zeigt diese in den Suchergebnissen untereinander an. Dabei kann es sich um Texte, Videos, Bilder, Grafiken, PDFs oder andere Inhalte handeln.
Google versucht also, die Suchergebnisse zu filtern, damit wir User:innen Inhalte finden, die zu unserer Suche passen. Beispiele:
- Wenn deine Suchanfrage den Begriff „Restaurant“ enthält, nimmt Google an, dass du Lokale in der Nähe suchst. Dann wird dein Standort mit einbezogen.
- Wenn du dein Keyword bei Google auf Spanisch eingibst, werden dir spanischsprachige Seiten angezeigt.
- Wenn du häufig nach vegetarischen Rezepten suchst, priorisiert Google solche Inhalte auch bei allgemeineren Anfragen.
Ohne den Algorithmus wäre es sehr mühsam für uns Menschen, die richtigen Inhalte zu finden. Im Internet gibt es Milliarden von Seiten, und Google sortiert diese für dich als suchende Person vor.
So entstehen Rankings
Bei jeder Suchanfrage, also wenn du ein Keyword bei Google eingibst, werden Website-Inhalte miteinander verglichen und in einem Ranking untereinander angezeigt. Das Ziel von Google ist, das beste Suchergebnis oben anzuzeigen, weil es am besten zur Suchanfrage passt.
Wie dieses Ranking geordnet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, den sogenannten Rankingfaktoren. Dazu gehören unter anderem:
- Keywords
- die Relevanz von Seiten
- dein Standort bei der Suche
- die Vertrauenswürdigkeit von Quellen
- Verlinkungen
- personalisierte Such-Einstellungen
- das Suchverhalten der jeweiligen Person
Crawling und Indexierung
Googles Ranking-Auswahl basiert auf drei Abläufen: dem Crawling (Einlesen der Inhalte), der Indexierung (Ablegen der Inhalte in der Google-Bibliothek = im Index der Suchmaschine) und dem Ranking (Reihenfolge der angezeigten Seiten).
Schauen wir uns diesen Prozess im Detail an:
- Neue oder aktualisierte Inhalte werden vom sogenannten Googlebot eingelesen. Dafür folgt der Bot Verlinkungen im Internet (interne und externe Links). Diesen Prozess nennt man „Crawling“.
Google macht dafür eine sogenannte Wortanalyse – so wird das Thema der Seite erkannt und kann später einer Suchanfrage zugeordnet werden. Google verhindert damit, dass Spam im Index landet.
Seit 2021 schaut sich der Googlebot deine Seite übrigens immer zuerst in der mobilen Version an: Dahinter steckt der Mobile-First-Index. - Sobald Google den Inhalt als relevant eingestuft hat, wird er in den Index der Suchmaschine aufgenommen – im Falle einer Suchanfrage wird der Inhalt aus dem Index „hervorgeholt“ (wie wenn der Bibliothekar das Buch aus dem Regal nimmt).
User:innen durchsuchen bei einer Google-Suche also nicht das Internet, sondern den Index der Suchmaschine.
Wichtig: Nur indexierte Seiten können ranken. Ist deine Seite nicht im Index, existiert sie für Google nicht. - Welche Inhalte am Ende ranken und User:innen vorgeschlagen werden, dafür ist der Algorithmus verantwortlich.
Beispiel aus der Sicht eines Users: Der User gibt ein Keyword bei Google ein. Damit durchsucht er nicht das gesamte Internet, sondern den Index von Google – also die Bibliothek von Google. Die Suchmaschine zieht im übertragenen Sinn die passenden Bücher aus dem Regal und legt sie auf den Tisch = sie zeigt die passenden Seiten in den Suchergebnissen an.
Beispiel aus der Sicht einer Bloggerin: Die Bloggerin erstellt einen neuen Artikel und veröffentlicht ihn auf ihrer Website. Google stellt fest: Da ist was Neues – und lässt die Inhalte vom Crawler einlesen. Wenn es sich nicht um Spam handelt, wird der Artikel sozusagen einem Thema zugewiesen und bei der nächsten passenden Suchanfrage angezeigt.
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Wichtigste Google-Updates
Google führt pro Jahr mehrere tausend Änderungen durch. 2018 wurden von Google beispielsweise 3.200 Anpassungen am Algorithmus bestätigt. Die meisten sind aber klein und werden nicht bemerkt. Daneben gibt es noch die großen Core Updates – teilweise werden sie vorab öffentlich angekündigt, aber nicht immer.
Die wichtigsten Google-Updates im Überblick:
| Update + Jahr | Funktion des Updates |
| 2011 Panda | Hochwertige, originale Inhalte werden besser bewertet, Websites mit minderwertigem Content, doppelten Inhalten oder zu viel Werbung werden abgestraft. Panda bewertet ganze Websites, nicht nur einzelne Seiten |
| 2012 Penguin | Algorithmus-Filter zur Abwertung von Seiten mit unnatürlichen Backlinks, Linkkauf und Keyword-Stuffing. Damit wird Spam und Überoptimierung bekämpft. |
| 2013 Hummingbird | Betraf rund 90% der Websites: Google analysiert den gesamten Satzkontext, anstatt einzelner Keywords – und nähert sich so der menschlichen Sprache. |
| 2015 Google Mobile Update | Google bewertete die Mobilfreundlichkeit erstmals als Rankingfaktor |
| 2015 Rank Brain | Erstes KI-System im Algorithmus: Google beantwortet Suchanfragen, die noch nie zuvor gestellt worden sind. Dafür wird Machine Learning und künstliche Intelligenz genutzt. |
| 2019 BERT | Google nutzt KI (Deep Learning), um natürliche Sprache besser zu verstehen. Der Algorithmus versteht damit Wörter im Kontext ganzer Sätze. |
| 2021 Core Web Vitals | Ladezeit, Interaktivität und visuelle Stabilität werden zum Rankingfaktor – im Fokus steht, nutzerfreundliche Seiten zu belohnen. |
| 2022 Helpful Content Update | Belohnt werden einzigartige, hilfreiche Inhalte, die von Menschen für Menschen erstellt wurden. Für zufriedenstellende Informationen und Mehrwert. |
Eine aktuelle Übersicht aller Google-Updates mit Analysen findest du hier bei Sistrix
Warum Algorithmus-Updates wichtig sind
Du weißt jetzt: Google braucht einen Algorithmus, um Anfragen von User:innen verarbeiten und passende Inhalte vorschlagen zu können.
In der Geschichte der Suchmaschinenoptimierung gab es immer wieder „Lücken“, die von Website-Betreiber:innen und von SEOs ausgenutzt wurden.
Zum Beispiel: Früher spielte die Anzahl der Keywords eine Rolle für SEO – und so wurden Texte mit Keywords „zugemüllt“. Oder sogar mit weißer Schrift auf weißem Hintergrund immer wieder auf Seiten platziert (sodass User:innen es nicht sehen, das Keyword aber im HTML-Code steht).
Mit neuen Algorithgmus-Updates wurden solche Schlupflöcher über die Jahre engmaschiger. Googles Ziel mit den Updates ist, die besten Suchergebnisse für User:innen anzuzeigen (und nicht die Seiten, bei denen Tricks angewendet wurden).
Vielleicht hilft dir das, Algorithmus-Updates positiv oder neutral zu betrachten. Sie werden für bessere Suchergebnisse entwickelt – und das kann ja auch zu deinem Vorteil sein, wenn du bei einem Algorithmus-Update deine Ranking-Positionen verbesserst.
Bei jeder Neuordnung der Rankings gibt es schließlich Seiten, die Ranking-Positionen verlieren – und welche, die in den Rankings nach oben steigen.
Ein Beispiel dafür: Das Core Update im März 2025 hat Inhalt nach oben gebracht, die auf Themenfelder spezialisiert sind. Foren wie gutefrage.net haben Rankings verloren, während Foodblogs und Wikipedia Sichtbarkeit gewonnen haben.
Sistrix fasst die Entwicklung so zusammen: Originale gewinnen, Informations-Aggregatoren verlieren.
Update vs. Abstrafung
Wir müssen mit einem Mythos aufräumen: Wenn deine Rankings nach einem Core Update sinken, ist das keine Abstrafung. Google bewertet deine Seite einfach im Vergleich zu anderen neu.
Der Unterschied, den du kennen solltest:
- Manuelle Maßnahme: Ein Google-Mitarbeiter hat deine Seite wegen eines Richtlinienverstoßes markiert. Du bekommst eine Nachricht in der Google Search Console und kannst einen Einspruch einlegen. Das ist eher selten.
- Algorithmische Neubewertung: Google bewertet bei einem Core Update Seiten im Vergleich zueinander. Wenn deine Seite an Sichtbarkeit verliert, wurden andere Seiten als passender eingestuft. Du bekommst keine Nachricht, kannst keinen Einspruch einlegen. Aber das ist auch keine Strafe – nur eine veränderte Einordnung.
Tipp: Du kannst in der Google Search Console unter „Sicherheit und manuelle Maßnahmen“ jederzeit prüfen, ob eine manuelle Maßnahme vorliegt. Steht dort „Keine Probleme erkannt“, wurdest du sehr, sehr wahrscheinlich nicht abgestraft.
Was tun, wenn dein Ranking sinkt?
Wenn deine Rankings nach einem Update einbrechen, gilt vor allem eins: Ruhe bewahren. Warte ab, bis das Update vollständig ausgerollt ist – das dauert meist zwei bis drei Wochen. Erst dann siehst du das endgültige Bild.
Danach lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine Inhalte:
- Passt dein Content noch zur Suchintention?
- Ist er spezifisch, mit Fachwissen und eigenen Erfahrungen – oder eher oberflächlich?
- Wer hat gewonnen? Was machen diese Seiten besser?
Auch nach einem Ranking-Verlust hast du noch Hebel in der Hand – aber es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Wettbewerb anzieht und deine Strategie vielleicht nicht mehr exakt zu den Fragen deiner Zielgruppe passt.
Betrachte es als Chance, deine Kundengewinnung ganzheitlicher anzugehen.
KI im Algorithmus: Rank Brain, Bert, AI Overviews
Künstliche Intelligenz steckt schon lange im Google-Algorithmus: Bereits 2015 führte Google Rank Brain als erstes KI-System ein.
Inzwischen ist künstliche Intelligenz auch Teil der Suche: Seit März 2025 spielt Google in Deutschland KI-Antworten über den AI Mode aus. Das ist übrigens kein Algorithmus-Update, sondern eine neue Art, Suchergebnisse darzustellen.
Der klassische Algorithmus arbeitet im Hintergrund weiter und entscheidet, welche Seiten als Quellen in der KI-Antwort zitiert werden.
Rank Brain: Googles erstes KI-System
Rank Brain 2015 war Googles erstes großes KI-System im Algorithmus. Seine Aufgabe: Suchanfragen verstehen, die zuvor noch nie so vorgekommen sind – denn laut Google sind rund 15 Prozent aller täglichen Suchanfragen komplett neu.
Für diese neuen Anfragen hatte der klassische Algorithmus also keine Daten. Rank Brain löst das, indem es Wörter mit Konzepten verknüpft.
Wenn du etwas suchst, errät Rank Brain basierend auf Mustern, was du eigentlich meinst.
Beispiel: Du gibst „beste Schuhe für Marathon 2026“ bei Google ein. Das System von Rank Brain versteht: Du willst Laufschuhe, nicht irgendwelche Schuhe. Auch Tippfehler oder umgangssprachliche Begriffe werden so abgefangen.
BERT: Google versteht ganze Sätze
BERT kam 2019 als KI-Modell für menschliche Sprache dazu. Das System versteht Wörter im Kontext eines ganzen Satzes. Präpositionen wie „nach“, „für“ oder „bis“ bekommen Bedeutung – früher wurden sie oft als Füllwörter ignoriert.
Ein Beispiel von Google selbst: Jemand sucht nach „Visum Brasilien Reisende nach USA“.
Vor Bert zeigte Google in diesem Fall Ergebnisse für US-Bürger, die nach Brasilien reisen. Das kleine Wörtchen „nach“ wurde einfach ignoriert. Mit dem Algorithmus-Update versteht Google: Hier geht es um eine Person aus Brasilien, die in die USA reist.
Für dich heißt das: Google versteht heute die Bedeutung ganzer Sätze – nicht nur einzelne Keywords. Du kannst deshalb in natürlicher Sprache schreiben, statt deinen Text um ein exaktes Keyword herumzubauen.
Fazit
Der Google-Algorithmus hat den Zweck, Inhalte zu sortieren und sozusagen die Spreu vom Weizen zu trennen. Das Ziel ist, User:innen die besten Ergebnisse zu zeigen.
Strategien, die sich bewährt haben: Schreib für deine Zielgruppe, halte deine Website technisch up to date und trau dich, Inhalte mit Tiefe und Persönlichkeit zu veröffentlichen.
Dann wirst du auch bei Algorithmus-Updates ruhig schlafen – und vielleicht sogar an Ranking-Positionen gewinnen.
Google SGE liefert KI-generierte Antworten auf Suchanfragen, anstatt nur Links zu Websites anzuzeigen. Dadurch können komplexere Fragen beantwortet werden.
Google führt jährlich mehrere tausend Änderungen durch, im Jahr 2020 waren es laut Google rund 4.500. Die meisten merkst du nicht. Daneben gibt es größere Core-Updates, bei denen Rankings neu sortiert werden können.
Teilweise. Google veröffentlicht Hinweise zur Funktionsweise in den Search Quality Rater Guidelines und im Search Central Blog. 2024 sind durch ein internes Leak (das sogenannte Google Content Warehouse Leak) zusätzliche Details über Googles Ranking-Systeme öffentlich geworden.
Pagerank ist der ursprüngliche Algorithmus, mit dem Google 1998 gestartet ist. Er bewertet Links wie Empfehlungen: Je mehr und je vertrauenswürdiger die Seiten sind, die auf eine Seite verlinken, desto höher der Pagerank. Pagerank ist heute nicht mehr alleine entscheidend, läuft aber weiterhin als einer von hunderten Signalen im Hintergrund.
Wirf einen Blick in die Google Search Console: Wenn KPIs plötzlich an einem bestimmten Tag einbrechen, gleiche das Datum mit den offiziellen Update-Terminen ab (zum Beispiel bei Sistrix oder im Google Search Status Dashboard). Bricht die Sichtbarkeit genau zum Update-Zeitpunkt ein, ist das ein Indiz.
Im Kern ändert sich SEO nicht. Die Grundprinzipien stehen seit über 15 Jahren: für Menschen schreiben, Qualität vor Quantität, technisch sauber bleiben, Vertrauens-Signale aufbauen. Das ist in Zeiten von KI immer noch relevant.
Danke für die Erklärung, Maike! Ich habe mich schon länger gefragt, wie dieser Algorithmus überhaupt funktioniert 🙂
Besonders interessant fand ich die Google-Bildersuche – Kannte ich so noch nicht.
VG
Marc
Hallo lieber Marc,
vielen Dank für deinen Kommentar und dein Feedback zu dem Artikel! Schön zu lesen, dass dein Wissen erweitern konntest! ????
Liebe Grüße, Sarah aus dem Team von Satzgestalt